Die Nationalratswahl vom 6. März 1966 erbrachte für die Österreichische Volkspartei die absolute Mandatsmehrheit. Auch wenn die Gründe für diesen überwältigenden Wahlsieg nicht ausschließlich in der eigenen Politik gelegen waren, so nützte die ÖVP die nun vorgefundenen Gestaltungsmöglichkeiten für einen umfassenden Reformprozess, der jegliche Bereiche der österreichischen Politik umfassen sollte. Längsten mit dieser Reformpolitik gelang es der Volkspartei die lange Phase der Nachkriegszeit zu überwinden und Österreich in ein Zeitalter der Modernität zu transformieren.
Manche Reformen gelangen und veränderten das Land nachhaltig zum Besseren, andere Reformansätze blieben in Ansätzen stecken oder scheiterten. Die Gründe dafür lagen in unterschiedlichen „politischen Geschwindigkeiten“, gelegentlich in einer Überforderung gesellschaftlicher Gruppierungen, aber schließlich auch in einem sich radikal verändernden Zeitgeist.
Der Präsident des Karl von Vogelsang-Instituts, Univ.-Prof. Dr. Franz Schausberger, stellte sich der Herausforderung einer historischen Analyse dieser Wahl vor sechzig Jahren und den Entwicklungen, die in den Jahren bis 1970 durch diesen Wahlerfolg erst möglich wurden. Denn – so schreibt Franz Schausberger folgerichtig – die Reformen der „Bruno Kreisky-Zeit“ bauten auf den Weichenstellungen der ÖVP-Alleinregierung unter Bundeskanzler Josef Klaus während der Jahre 1966 bis 1970 konsequent auf.
Dies gilt es sechzig Jahre seit dieser historischen Wahl 1966 wieder verstärkt in Erinnerung zu rufen.
