Der Sommer 2026 steht bevor, und für einige Wochen werden sich die meisten für ein paar Tage oder Wochen zur Entspannung zurückziehen. Ob am Meer, in den Bergen, an den Seen – oder auf “Balkonien”… Überall kann ein gutes Buch gelesen werden, und erst dann wird ein Ort der Erholung auch tatsächlich zur “Erholung”…
Das Institut verbindet aus diesem Grund seine Sommergrüße 2026 mit einer “Leseempfehlung”. Es sind drei Bücher von prominenten Autoren, die dem Institut in unterschiedlichen Formen nahestehen, und von denen wir denken, dass ihre Neuerscheinungen Geschichtsinteressierte ansprechen.
Ebenso wollen wir Sie auf unsere 2025 erschienene Publikation “Cancel-Culture. Moralisierung und Anmaßung der Selbstgerechten” (Hg. Franz Schausberger, Hannes Schönner) hinweisen. Für politisch Interessierte ist dieses Thema unverändert aktuell.
Wir danken allen Mitgliedern und Freunden des Vogelsang-Instituts für Ihr großes Interesse an unseren Veranstaltungen und Publikationen sowie für die zahlreichen positiven Rückmeldungen auf unsere online-“InstitutsMitteilungen” und Reminiszenzen.
Wir wünschen Ihnen einen erholsamen und schönen Sommer 2026!

Cancel-Culture: Moralisierung und Anmaßung der Selbstgerechten
Franz Schausberger, Hannes Schönner (Hg.)
Schriftenreihe des Karl von Vogelsang-Instituts zur Geschichte der christlichen Demokratie in Österreich, 2025
Verlag Buchschmiede | www.buchschmiede.at
170 Seiten
ISBN Softcover: 978-3-99181-847-2 | ISBN E-Book: 978-3-99181-846-5
EUR 15,00
Ein Gespenst geht um. Ein Gespenst des „Cancel-Culture“. Nicht nur in Europa, nein, sondern in der ganzen westlichen Welt. Nicht nur heute, sondern wohl in der ganzen Geschichte. Das Gespenst ist geschaffen worden, um zu zerstören: Begriffe des täglichen Zusammenlebens, menschliche Ordnungen und berufliche Existenzen, historisch gewachsene Wörter und nicht zuletzt die Grundlagen der eigenen, kulturellen Herkunft.
Dieser vermeintlich „gute Tyrann“, der eine Revolution gegen alles angeblich Verwerfliche auslösen sollte, nennt sich „Cancel Culture“ und macht mittlerweile auch vor seinen Schöpfern nicht mehr Halt. Eine weitere Revolution, die ihre eigenen Kinder zu fressen beginnt.
Inzwischen bedienen sich auch jene weit rechts Stehenden, die bisher oftmals zu Recht gegen die Cancel Culture der Linken gewettert haben, dieses Instruments.
In dieser Publikation versuchen sieben historisch versierte Autoren die aktuellen und geschichtlichen Entwicklungen nachvollziehbar, vergleichbare Strömungen in der Geschichte sichtbar, Nutznießer namhaft und nicht zuletzt Lösungen erkennbar zu machen.
250 Jahre Vereinigte Staaten von Amerika
Lothar Höbelt
Karolinger Verlag
Gebunden, 264 Seiten
ISBN 978 3 85418 232 0
EUR 26,00
Die USA gehören nicht zu den fernen Ländern, von denen man wenig weiß. Doch selten schwankt das „Charakterbild“ einer Großmacht so sehr zwischen patriotischem Pathos und „wokem“ Masochismus. Die USA waren ein „Ableger“ des alten Europas, doch sie waren anders als Europa, weil sie unter ganz anderen Voraussetzungen angetreten waren.
Die USA waren das „Wunderkind des Biedermeier“. Auch wenn sie sich seither auf die technologische Überholspur begeben haben, viele der charakteristischen Merkmale des 19. Jahrhunderts sind in den USA nach wie vor besser aufgehoben als im alten Europa. Die USA werden deshalb oft von „progressiven“ Kritikern unter Beschuss genommen – und von vielen Konservativen dennoch mit großer Skepsis betrachtet. Der Autor nimmt „250 Jahre USA“ zum Anlass, die Frage aufzuwerfen, ob diese Skepsis immer zu Recht besteht?
Was Europäer gern „Isolationismus“ nennen, war für die USA bis 1947 eine selbstverständliche Leitlinie. Bis dahin gab es Kriege, aber keine dauernden Bündnisse. Die Kriege waren im Inneren immer umstritten – und der verlustreichste aller Kriege, die Weltkriege nicht ausgenommen, war der „Bürgerkrieg“ von 1861 bis 1865. Den Süden verbindet seither mit vielen Europäern die Erfahrung einer traumatischen Niederlage.


Jeder Platz ein Geheimnis
Johannes Sachslehner
Styria Verlag 2026,
Hardcover, 224 Seiten
ISBN: 978-3-222-13747-1
EUR 32,00
Schon als Kind hatte Johannes Sachslehner eine große Affinität zur Geschichte. Heute ist der Germanist und Historiker jemand, der Wien gerne aus besonderen Blickwinkeln betrachtet. Nach Büchern über prachtvolle Villen und legendäre Hotels widmet er sich nun den Plätzen der Bundeshauptstadt.
In seinem jüngsten Werk “Jeder Platz ein Geheimnis” porträtiert er zwölf zentrale Orte – vom berühmten Stephans- und Heldenplatz bis zu eher unbekannten Plätzen. Sechs Monate lang hat er recherchiert, um kleine persönliche Geschichten in einen großen historischen Kontext zu setzen. “Das hat viel mit Toleranz und Demokratie zu tun”, betont er die Notwendigkeit von historischem Wissen. “Wenn man weiß, was für schreckliche Dinge auf so manchem Platz passiert sind, hält man die heutige Zeit nicht mehr für selbstverständlich.”
Besonders deutlich wird das am Judenplatz: “Früher war er ein Platz wie jeder andere: Es gab dort Märkte, politische Veranstaltungen und Theater. Doch mit dem Holocaust, den Ausgrabungen, der ehemaligen Synagoge und den Dokumentationen hat er als Ort der Erinnerung ein ganz neues Gewicht bekommen.”
Sieben Soldaten und ein Todesfall
Manfred Rauchensteiner
Schriftenreihe des Forschungsinstituts für politisch-historische Studien der Dr. Wilfried-Haslauer-Bibliothek – Band 091
Böhlau Verlag 2026
306 Seiten, mit 45 s/w Abb., gebunden
ISBN: 978-3-205-22437-2
EUR 35,00
Karl Renner wollte 1945 einen Polizeistaat schaffen – und verwarf die Idee. Julius Raab wollte 1955 kein Bundesheer und sich mit der Gendarmerie behelfen – und verwarf die Idee. Bruno Kreisky wollte im Fall eines Kriegs die Arbeiter mobilisieren und einen Generalstreik ausrufen, statt Österreichs kleines Heer einzusetzen – und verwarf die Idee. Immer wieder waren es die Vorgänge in einer gar nicht friedlichen Welt, die zum Umdenken zwangen. Nach und nach wurden sieben Männer, die den Krieg erlebt hatten, für die Verteidigung des Landes verantwortlich. Obwohl sie idente Aufgaben hatten, verband sie nichts. Mehr noch: Sie konnten ungleicher nicht sein: Idealisten, Karrieristen und Parteisoldaten wurden Minister, mühten sich ab und hatten vieles zu verbergen. Ein zeitgeschichtlicher Krimi.

