Investigating Judicial Decisions during the Anschluss Era – Univ.-Prof. Dr. Evan Burr Bukey

Einen Tag vor der Überreichung des Karl von Vogelsang-Staatspreises an Evan Burr Bukey, Professor für Geschichte an der Universität von Arkansas, hielt dieser am Vogelsang-Institut einen Vortrag über die politischen und (straf-) rechtlichen Entscheidungsprozesse beginnend mit dem „Anschlusses“ im Frühjahr 1938 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

Das sogenannte  „Double-State-System“ ermöglichte den Nationalsozialisten dem Anschein nach die Wahrung von Legitimität. Bukey spannte den Bogen nationalsozialistischer Justiz und ihrer Anwendung weit über vermögensrechtliche Belange, „gemischten Ehen“ zwischen Ariern und (Halb-) Juden, bis hin zum Umgang mit vermeintlich kriminellen Jugendlichen. Die oftmalige Unberechenbarkeit der nationalsozialistischen Unrechtsjustiz führte Bukey an Hand zahlreicher Einzelbeispiele in seinem Vortrag anschaulich aus.

Bereits in den ersten Tagen nach dem „Anschluss“ wurden Eigentums- und Personenrechte von Juden („Arisierungen“) missachtet oder durch eine infame Umkehrung dieser Rechte ausgehebelt. Der Polizeiapparat und besonders die (vormalige österreichische) Justiz trugen durch teilweise erzwungene, teilweise sehr bereitwillig erfolgte Unterstützung des neuen Systems entscheidend zur raschen und effizienten Verfolgung von Juden bei.

Evan Burr Bukey hatte sich bereits in zahlreichen Büchern mit „Hitlers Österreich“ und der Verantwortung von Österreichern innerhalb des Machtapparates des Nationalsozialismus beschäftigt. Bukey gelang an diesem Abend mit einer klaren und analytischen Kategorienbildung – die auch seine Bücher auszeichnen – eine überzeugende Bewertung der NS-Justiz während der nationalsozialistischen Herrschaft in Österreich.  

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