Josef Taus

Josef Taus, in Wien 1933 geboren, arbeitete bereits während seines Studiums der Rechtswissenschaften als Wirtschaftsredakteur. Ende der 1950er Jahre war er im Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung tätig, anschließend wechselte er in die Girozentrale. Daneben engagierte sich Taus im Kummer-Institut der ÖVP und wurde 1966 Nationalratsabgeordneter. Noch im selben Jahr wurde er von Bundeskanzler Josef Klaus zum Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und Verstaatlichte Unternehmungen bestellt. Von 1967 bis 1975 war Taus Vorsitzender im Aufsichtsrat der Verstaatlichten Industrie (ÖIAG).


Nach dem Unfalltod von Karl Schleinzer übernahm Josef Taus den ÖVP-Bundesparteivorsitz. Diese Personalentscheidung betonte die wirtschaftspolitische Kompetenz der Österreichischen Volkspartei. Doch auch nach den Nationalratswahlen 1975 und 1979 blieb die ÖVP in der Opposition. Dennoch war der „Blumenwahlkampf“ zur Nationalratswahl 1979 einer der bis dahin modernsten Wahlkämpfe der Zweiten Republik. Josef Taus, der bis 1979 ÖVP-Bundesobmann geblieben war, vermochte wie die ganze ÖVP nicht, die Dominanz des sozial-liberalen Zeitgeistes während der 1970er Jahre zu brechen.