Europa in der ZwischenkriegszeitDemokratie im Spannungsfeld zwischen Volksfront und Diktatur. Ist das Spanien der 1930er Jahre ein brauchbares Modell für die Gefährdung liberaler Systeme?

Univ.-Prof. Dr. Walther Bernecker referierte bei der Veranstaltung ausder Reihe “Forschungen aus dem Archiv” vom 05.12.2023 zum Thema “Europa in der Zwischenkriegszeit – Demokratie im Spannungsfeld zwischen Volksfront und Diktatur. Ist das Spanien der 1930er Jahre ein brauchbares Modell für die Gefährdung liberaler Systeme?.

Spanien ist nicht erst seit den aktuellen Entwicklungen nach der letzten Parlamentswahl 2023 in das Interesse der Öffentlichkeit gerückt. Die Iberische Halbinsel hatte bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts eine Entwicklung genommen, die eine zukünftige gesellschaftliche Polarisierung vorwegnahm. Erst recht in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg offenbarten sich autoritäre Strömungen, aber auch Defizite in Verfassungs-, Wirtschafts- und Bildungsfragen, verbunden mit einem ausgeprägten Elitebewusstsein des Militärs, die Spanien zum Spielball nationaler und internationaler Abenteuer werden ließen. Spanien war für kommende gesamteuropäische Entwicklungen oftmals ein Experimentierfeld. Dazu zählen auch Auswirkungen auf Mitteleuropa und auf Österreich.


Univ.-Prof. Dr. Walther Bernecker (Universität Erlangen – Nürnberg), Historiker und Romanist, ist einer der besten Kenner spanischer, portugiesischer und lateinamerikanischer Geschichte. Seine Arbeiten zur Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs und zum Franquismus bilden den gültigen Forschungsstand zum Thema „Geschichte und Erinnerungskultur in Spanien“ im Zwanzigsten Jahrhundert ab und können zurecht als Standardwerke zur Geschichte Europas bezeichnet werden.

Sein Referat verstand es eindringlich, historische Bezüge mit der gegenwärtigen Situation in Spanien zu verbinden.

Univ.-Prof. Dr. Walther Bernecker

Johannes Schönner, Geschäftsführer des Instituts, begrüßt die Besucher des Abends.