{"id":4054,"date":"2024-01-07T10:58:13","date_gmt":"2024-01-07T09:58:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?p=4054"},"modified":"2024-01-07T11:00:25","modified_gmt":"2024-01-07T10:00:25","slug":"in-memoriam-des-100-geburtstages-von-dr-karl-schleinzer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?p=4054","title":{"rendered":"In Memoriam des 100. Geburtstages von Dr. Karl Schleinzer"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>In Memoriam des 100. Geburtstages von Dr. Karl Schleinzer<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das \u201eSalzburger Programm\u201c der \u00d6VP und eine grundlegende Reform der Parteiorganisation bleiben untrennbar mit seinem Namen verbunden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eine W\u00fcrdigung von LH a.D. Univ.-Prof. Dr. Franz Schausberger<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Karl Schleinzer wurde am 8. J\u00e4nner 1924 in Frantschach-Sankt Gertraud im Lavanttal als Sohn eines kleinen Bergbauern geboren. Als er nicht einmal sechs Jahre alt war, starb sein Vater. Nach dem Besuch der Volks- und Hauptschule absolvierte er 1938\/39 eine Landarbeitslehre in Rheinhessen, anschlie\u00dfend die Landwirtschaftsschule in St. Andr\u00e4 im Lavanttal. \u00dcber ein Stipendium (\u201eLangemarckstudium\u201c) sollte er die Hochschulreife erreichen. Nach der Ablegung der Matura in K\u00f6nigsberg wollte er als 18-j\u00e4hriger 1942 in die NSDAP eintreten und wurde im Fr\u00fchjahr 1943 zur Wehrmacht einberufen.<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> Den Krieg beendete er 1945 als Leutnant in britischer Kriegsgefangenschaft. Von dort kehrte er zun\u00e4chst auf den elterlichen Hof zur\u00fcck. Nachdem das Langemarckstudium von Unterrichtsminister Felix Hurdes nicht als Zulassung f\u00fcr das Hochschulstudium anerkannt wurde, legte Schleinzer die geforderte Fachreifepr\u00fcfung ab und begann 1948 das Studium an der Hochschule f\u00fcr Bodenkultur in Wien. Ende 1951 graduierte er zum Diplomingenieur und promovierte schlie\u00dflich 1952 zum \u201eDoktor der Bodenkultur\u201c mit Auszeichnung. Am 16. Februar 1946 heiratete er die Bauerntochter Margaretha Morak.<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Nach Beendigung des Studiums war er zun\u00e4chst in der Landwirtschaftskammer in Klagenfurt t\u00e4tig und engagierte sich bald im Bauernbund der \u00d6VP. 1954 wechselte er in das Agrarreferat der K\u00e4rntner Landesregierung. Politischer Agrarreferent war damals der \u00d6VP-Landeshauptmann-Stellvertreter Hans Ferlitsch. 1957 \u00fcbernahm Schleinzer die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung des K\u00e4rntner Bauernbundes. Bereits ein Jahr zuvor war er als Abgeordneter in den K\u00e4rntner Landtag gew\u00e4hlt worden. Der junge Abgeordnete profilierte sich landespolitisch sehr rasch und wurde bereits 1959 in Nachfolge von Hermann Gruber einstimmig zum \u00d6VP-Landesparteiobmann gew\u00e4hlt.<a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> Bei der Landtagswahl im M\u00e4rz 1960 erzielte die K\u00e4rtner \u00d6VP mit Karl Schleinzer als Spitzenkandidaten \u2013 trotz bundespolitischen Gegenwinds \u2013 mit einem kleinen Gewinn von 0,6 Prozentpunkten und mit 33,3 Prozent das beste von der \u00d6VP in K\u00e4rnten je erzielte Ergebnis. Die \u00d6VP hatte mit einem detailliert ausgefeilten Wahlprogramm \u00fcberrascht, das die Handschrift des f\u00fcr seine Gr\u00fcndlichkeit bekannten neuen Parteiobmannes trug.<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> Schleinzer \u00fcbernahm als Landesrat das Agrarressort, wurde aber schon bald darauf, im Fr\u00fchjahr 1961, von Bundeskanzler Alfons Gorbach als bis dahin j\u00fcngstes Regierungsmitglied der 2. Republik zum Verteidigungsminister berufen.<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> Sowohl in K\u00e4rnten als auch in der Bundespolitik stand Schleinzer f\u00fcr Verj\u00fcngung, Reform und Modernisierung der Volkspartei sowie f\u00fcr eine Versachlichung des politischen Stils. Er und der neue Finanzminister Josef Klaus standen als Signal f\u00fcr Erneuerung. Das \u00f6sterreichische Bundesheer war nach einer ersten Aufbauphase wahrlich noch nicht in einem zufriedenstellenden Zustand. Schleinzer stellte die Frage, mit welchen Bedrohungsf\u00e4llen das neutrale \u00d6sterreich zu rechnen habe und wie es diesen entgegentreten k\u00f6nne. Schleinzer arbeitete an einem Umfassenden Landesverteidigungs-Konzept, das den wirtschaftlichen, zivilen, milit\u00e4rischen und geistigen Bereich umfassen sollte.<a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Anfang 1964 wurde er unter dem neuen Bundeskanzler Josef Klaus Landwirtschaftsminister und kehrte damit in sein eigentliches Fachgebiet zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Der zunehmenden \u00dcberproduktion und den steigenden Absatzschwierigkeiten suchte Schleinzer mit der Verbesserung der Agrarstruktur, marktgerechterer Erzeugung, einkommensausgleichenden L\u00f6sungen sowie der Intensivierung der Beziehungen zum EWG-Raum zu begegnen.<a href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> Schleinzer war vor allem bestrebt, Verst\u00e4ndnis bei der EWG-Kommission f\u00fcr die \u00f6sterreichischen Exportw\u00fcnsche zu finden und erreichte damit eine Reihe von Zugest\u00e4ndnissen und Erleichterungen um den \u00f6sterreichischen Agrarexport auszubauen. Nicht nur wegen seiner Funktion als Landwirtschaftsminister, sondern vor allem wegen seiner gro\u00dfen Sachkompetenz \u00fcbte er die F\u00fchrungsposition in der \u00f6sterreichischen Agrarpolitik aus.<a href=\"#_ftn8\">[8]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Niederlage bei der Nationalratswahl 1970 und durch das Zusammenspiel von SP\u00d6 und FP\u00d6 musste die \u00d6VP erstmals seit 1945 in die Opposition. Am 13. au\u00dferordentlichen \u00d6VP-Bundesparteitag am 22. Mai 1970 wurde Hermann Withalm in Nachfolge von Josef Klaus zum Bundesparteiobmann und Karl Schleinzer zum neuen \u00d6VP-Generalsekret\u00e4r gew\u00e4hlt. Die ungewohnte Oppositionsrolle machte eine organisatorische und programmatische Neupositionierung der \u00d6VP notwendig. Diesen Herausforderungen widmete sich vor allem der neue Generalsekret\u00e4r Schleinzer. Er gr\u00fcndete zehn Arbeitsaussch\u00fcsse, die den einzelnen Ministerien entsprachen und deren Vorsitzende gemeinsam mit dem Bundesparteiobmann das Schattenkabinett der \u00d6VP bildeten. Gleichzeitig trieb Schleinzer eine umfassende Reform des Generalsekretariats voran. Karl Pisa wurde die Erarbeitung eines neuen Parteiprogramms \u00fcbertragen. Als Hermann Withalm im J\u00e4nner 1971 seinen R\u00fccktritt ank\u00fcndigte, gaben Generalsekret\u00e4r Karl Schleinzer und Klubobmann Stefan Koren ihre Kandidatur f\u00fcr die Funktion des Bundesparteiobmanns bekannt. Alle Versuche, eine Kampfabstimmung zu verhindern, schlugen fehl. So wurde am 4. Juni 1971 beim 14. Au\u00dferordentlichen Parteitag Karl Schleinzer mit 286 von 423 g\u00fcltigen Stimmen bzw. 67 Prozent der Delegiertenstimmen zum neuen \u00d6VP-Bundesparteiobmann gew\u00e4hlt. Herbert Kohlmaier wurde mit 74 Prozent zum neuen Generalsekret\u00e4r bestellt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"730\" height=\"472\" src=\"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/schleinzer_1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4055\" srcset=\"https:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/schleinzer_1.png 730w, https:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/schleinzer_1-300x194.png 300w\" sizes=\"(max-width: 730px) 100vw, 730px\" \/><figcaption>Freund und politischer Mitstreiter.<br>Ministerpr\u00e4sident Helmut Kohl und BPO Karl Schleinzer, 1972, Archiv des Karl von Vogelsang-Instituts<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In der ersten Sitzung der \u00d6VP-Bundesparteileitung am 15. Juni 1971 berichtete der neue Parteiobmann \u00fcber verschiedene Gespr\u00e4che, die er in den letzten Tagen gef\u00fchrt hatte. In einem Gespr\u00e4ch mit Bruno Kreisky in dessen Wohnung erkl\u00e4rte der Bundeskanzler, voll zu den in der Vergangenheit mit der \u00d6VP getroffenen Vereinbarungen zu stehen, er k\u00f6nne sich aber \u201ein naher Zukunft eine gro\u00dfe Koalition nicht vorstellen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Antrittsbesuch bei Bundespr\u00e4sident Franz Jonas habe dieser versucht, seine Haltung bei der Regierungsbildung 1970 zu rechtfertigen.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem Gespr\u00e4ch mit dem FP\u00d6-Abgeordneten Friedrich Peter habe dieser festgestellt, \u201edass die Lage so un\u00fcbersichtlich sei, dass man derzeit nichts konkretes [sic] sagen k\u00f6nne. Man wisse auch nicht, wie man mit Kreisky dran sei. Er hoffe, dass die Volkspartei dem Budget 1972 zustimmen werde. Eine Aufl\u00f6sung des Parlaments k\u00f6nne er sich vor dem Sommer nicht vorstellen.\u201c<a href=\"#_ftn9\">[9]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die Nationalratswahl vom 10. Oktober 1971 zerst\u00f6rte alle Hoffnungen des neuen Parteiobmanns Schleinzer auf eine R\u00fcckkehr in die Regierung. Unter Bundeskanzler Bruno Kreisky erreichte die SP\u00d6 erstmals die absolute Mehrheit der Mandate.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun wurde \u00d6VP-intern das Jahr 1972 zum \u201eJahr der Parteiarbeit\u201c erkl\u00e4rt. Die \u00d6VP erlebte 1971\/72 unter Parteiobmann Schleinzer ihre st\u00e4rkste \u201eReideologisierungsphase\u201c, die mit der Beschlussfassung \u00fcber das \u201eSalzburger Programm\u201c beim Bundesparteitag am 30. November 1972 abgeschlossen wurde. Parallel dazu erh\u00f6hte Schleinzer auch die Zahl der Arbeitsaussch\u00fcsse auf 15. Dar\u00fcber hinaus legte Schleinzer eine Reform der Parteistatuten vor, das die Frauenbewegung und die Jugendbewegung\/ Junge \u00d6VP zu gleichberechtigten Teilorganisationen neben den drei B\u00fcnden (Wirtschaftsbund, Bauernbund, \u00d6AAB) machte.<a href=\"#_ftn10\">[10]<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"725\" src=\"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/schleinzer_2-1-1024x725.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4057\" srcset=\"https:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/schleinzer_2-1-1024x725.jpg 1024w, https:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/schleinzer_2-1-300x212.jpg 300w, https:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/schleinzer_2-1-768x544.jpg 768w, https:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/schleinzer_2-1.jpg 1120w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Bereits am \u00d6VP-Bundesparteirat im Herbst 1973 konnte Schleinzer die erfolgreiche Umsetzung des neuen Programms und der neunen Statuten feststellen, Archiv des Karl von Vogelsang-Instituts<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Allerdings fasste die \u00d6VP nur m\u00fchsam Tritt, die demoskopischen Erhebungen zeigten einen sich st\u00e4ndig vergr\u00f6\u00dfernden Abstand zur SP\u00d6. Kritik am F\u00fchrungsduo Schleinzer\/Kohlmaier kam vor allem aus der Steirischen \u00d6VP und dem Wirtschaftsbund. Dennoch wurden Schleinzer und Kohlmaier auf dem 16. Bundesparteitag vom 28. Februar 1974 mit gro\u00dfer Mehrheit in ihren Funktionen best\u00e4tigt.<a href=\"#_ftn11\">[11]<\/a> Auf dem Jubil\u00e4umsparteitag (\u201e30 Jahre \u00d6VP\u201c) am 17. April 1975 pr\u00e4sentierte Spitzenkandidat Schleinzer sein Wahlkampfteam der \u201eJungen L\u00f6wen\u201c mit Alois Mock, Erhard Busek, Sixtus Lanner, Bertram J\u00e4ger, Josef Taus, Josef Krainer jun. und anderen.<a href=\"#_ftn12\">[12]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>In einer gro\u00dfen Rede zum Abschluss der Legislaturperiode am 2. Juli 1975 im Parlament legte Karl Schleinzer ein klares Bekenntnis zur Zusammenarbeit aller Kr\u00e4fte in der Form einer Konzentrationsregierung ab und fand damit weit \u00fcber die Reihen seiner Partei hinaus Zustimmung in der Bev\u00f6lkerung.<a href=\"#_ftn13\">[13]<\/a> Schleinzer gab das Versprechen ab, sollte die \u00d6VP st\u00e4rkste Partei werden, w\u00fcrde sie an SP\u00d6 und FP\u00d6 die Einladung zur Bildung einer gemeinsamen Regierung und zur Verwirklichung eines gemeinsamen Regierungsprogramms richten. \u201eNicht Parteienhader, sondern partnerschaftliche Zusammenarbeit m\u00fcsste die Parole dieser Regierung sein.\u201c Nat\u00fcrlich ginge es bei der Nationalratswahl am 5. Oktober 1975 auch um die St\u00e4rke der Parteien im Nationalrat. \u201eEs geht aber auch um die Frage, wie stark der Wille zur Zusammenarbeit bei jeder dieser drei Parteien ist. Ob sie glauben, dass die Schwierigkeiten im Gegeneinander oder im Miteinander der politischen Kr\u00e4fte bew\u00e4ltigt werden sollen, und ob sie glauben, dass die Zeichen der Zeit in unserem Lande nach mehr Konflikt oder nach mehr Konsens verlangen.\u201c F\u00fcr die \u00d6VP legte Schleinzer \u201eein klares Bekenntnis zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit auf breitestm\u00f6glicher Grundlage ab.\u201c<a href=\"#_ftn14\">[14]<\/a> Es war dies Schleinzers letzte \u00f6ffentliche Rede, 17 Tage vor seinem Tod.<\/p>\n\n\n\n<p>Mitten im bereits begonnenen Wahlkampf zur Nationalratswahl Anfang Oktober 1975 verungl\u00fcckte Karl Schleinzer bei einem Autounfall am 19. Juli t\u00f6dlich. Schleinzer war von seinem Urlaub auf Rhodos zur\u00fcckgekehrt, rief von Wien aus seine Frau in St. Oswald an, um sein Kommen anzuk\u00fcndigen und fuhr anschlie\u00dfend selbst mit seinem Privatwagen in Richtung K\u00e4rnten nach Hause. Bei dieser Fahrt geriet er um 14.29 Uhr auf der damals ber\u00fcchtigten Gastarbeiterroute bei der Umfahrung Bruck an der Mur auf die linke Fahrbahnseite und stie\u00df frontal mit einem t\u00fcrkischen Sattelzug zusammen. Er war auf der Stelle tot. Karl Schleinzer ist auf dem Friedhof von St. Oswald in K\u00e4rnten begraben. Sein Nachfolger als \u00d6VP-Bundesparteiobmann wurde Josef Taus.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"691\" height=\"458\" src=\"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/schleinzer_3.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4058\" srcset=\"https:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/schleinzer_3.png 691w, https:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/schleinzer_3-300x199.png 300w\" sizes=\"(max-width: 691px) 100vw, 691px\" \/><figcaption>Trauersitzung der Bundesparteileitung nach dem Tod von Karl Schleinzer im Palais Todesco am 20. Juli 1975 mit allen Landeshauptleuten, B\u00fcnde-Obm\u00e4nnern und Landesparteivorsitzenden unter dem Vorsitz von Rudolf Sallinger und Herbert Kohlmaier, Archiv des Karl von Vogelsang-Instituts<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Nach den Niederlagen der Volkspartei in den Nationalratswahlen 1970 und 1971 hat Karl Schleinzer die Volkspartei durch ihre schwerste historische Periode gef\u00fchrt. Die Hoffnung des politischen Gegners, dass die Volkspartei in Gruppen und Fl\u00fcgel zerfallen w\u00fcrde, hat sich nicht nur nicht erf\u00fcllt, sondern im Gegenteil dazu gef\u00fchrt, dass die Volkspartei einiger denn je in den Wahlkampf f\u00fcr die Nationalratswahlen 1975 eingetreten ist. Wir verdanken das Karl Schleinzer.\u201c So fasste sein Nachfolger als Bundesparteiobmann, Josef Taus, die Verdienste Schleinzers zusammen.<a href=\"#_ftn15\">[15]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>Univ. Prof. Dr. Franz Schausberger, Pr\u00e4sident des Karl-von-Vogelsang-Instituts, ehemaliger Landeshauptmann von Salzburg.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Michael Wladika, Doris Sottopietra, Helmut Wohnout: Zur Repr\u00e4sentanz von Politikern und Mandataren mit NS-Vergangenheit in der \u00d6sterreichischen Volkspartei 1945\u20131980: Eine gruppenbiographische Untersuchung. Forschungsprojekt im Auftrag des Karl von Vogelsang-Instituts. Wien 2018, S. 170-74. Ob es angesichts des am 8. November 1942 gestellten Antrages auf Mitgliedschaft in der NSDAP und der am 3. M\u00e4rz 1943<\/p>\n\n\n\n<p>erfolgten Einberufung zur Wehrmacht \u00fcberhaupt zur Aush\u00e4ndigung des Mitgliedsbuches<\/p>\n\n\n\n<p>gekommen ist, womit erst die NSDAP-Mitgliedschaft rechtsg\u00fcltig wurde, ist nicht feststellbar. Schleinzer wird daher jener Personengruppe der \u201eZweifelsf\u00e4lle\u201c zugeordnet, bei denen nicht festgestellt werden kann, ob<\/p>\n\n\n\n<p>sie nach dem Kriterienkatalog tats\u00e4chlich NSDAP-Mitglied geworden sind.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Gottfried Heindl: Karl Schleinzer. In: Herbert Bacher, Peter Bochskanl, Heinz Gerlitz, Gottfried Heindl, Ferdinand Manndorff, Karl Pisa. Karl Schleinzer. Der Mann und das Werk, Schriften des Karl<\/p>\n\n\n\n<p>von Vogelsang-Instituts. Band 1. Wien, K\u00f6ln, Graz 1983. S. 11 \u2013 S. 20.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Franz Schausberger: Die Eliten der \u00d6VP seit 1945. In: Robert Kriechbaumer, Franz Schausberger<\/p>\n\n\n\n<p>(Hg.), Volkspartei \u2013 Anspruch und Realit\u00e4t. Zur Geschichte der \u00d6VP seit 1945. Wien, K\u00f6ln, Weimar<\/p>\n\n\n\n<p>1995. Schriftenreihe des Forschungsinstituts f\u00fcr politisch-historische Studien der Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek, Salzburg. Band 2. Wien, K\u00f6ln, Weimar 1995. S. 204.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Karl Anderwald: SP\u00d6-Bonapartismus im S\u00fcden. Landtagswahlk\u00e4mpfe in K\u00e4rnten 1945 \u2013 1970. In: Herbert Dachs (Hg.): Zwischen Wettbewerb und Konsens. Landtagswahlk\u00e4mpfe in \u00d6sterreichs Bundesl\u00e4ndern 1945 \u2013 1970. Schriftenreihe des Forschungsinstituts f\u00fcr politisch-historische Studien der Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek, Salzburg. Band 28. Wien, K\u00f6ln, Weimar 2006. S. 90 \u2013 S. 96. Zu Schleinzers Zeit als K\u00e4rntner Landespolitiker siehe: Herbert Bacher: Der K\u00e4rntner Landespolitiker. In: Herbert Bacher u. a.: Karl Schleinzer. Der Mann und sein Werk. S.&nbsp; 35 \u2013 S. 45.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Manfried Rauchensteiner: Die Verteidigungsminister der Zweiten Republik \u2013 Serie. Karl Schleinzer. In: \u00d6sterreichische Milit\u00e4rische Zeitschrift. Heft 2. 2020. S. 162\u2013171.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Ferdinand Manndorff: Der Landesverteidigungsminister. In: Herbert Bacher, Peter Bochskanl, Heinz Gerlitz, Gottfried Heindl, Ferdinand Manndorff, Karl Pisa. Karl Schleinzer. Der Mann und das Werk, Schriften des Karl<\/p>\n\n\n\n<p>von Vogelsang-Institutes. Band 1. Wien, K\u00f6ln, Graz 1983. S. 46 ff.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Ingrid B\u00f6hler: &#8220;Schleinzer, Karl&#8221; in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 58-59 [Online-Version]; URL: <a href=\"https:\/\/www.deutsche-biographie.de\/pnd118759329.html#ndbcontent\">https:\/\/www.deutsche-biographie.de\/pnd118759329.html#ndbcontent<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Heinz Gerlitz: Der Landwirtschaftsminister. In: Herbert Bacher u. a.: Karl Schleinzer. Der Mann und sein Werk. S.&nbsp; 76 f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Protokoll \u00fcber die Sitzung der Bundesparteileitung am 15. Juni 1971. Archiv des Karl-von-Vogelsang-Instituts.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Karl Pisa: Generalsekret\u00e4r und Bundesparteiobmann. In: Herbert Bacher u. a.: Karl Schleinzer. Der Mann und sein Werk. S. 86 ff.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> Karl Pisa: Generalsekret\u00e4r und Bundesparteiobmann. S. 90.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> Robert Kriechbaumer: Die Geschichte der \u00d6VP. In: Robert Kriechbaumer, Franz Schausberger (Hg.): Volkspartei \u2013 Anspruch und Realit\u00e4t. Zur Geschichte der \u00d6VP seit 1945. Schriftenreihe des Forschungsinstituts f\u00fcr politisch-historische Studien der Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek, Salzburg. Band 2. Wien, K\u00f6ln, Weimar 1995. S. 54 \u2013 S. 58.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a> F\u00fcr \u00d6sterreich. Das Verm\u00e4chtnis von Karl Schleinzer. Redaktion: Gottfried Heindl, Hans Magenschab. Wien 1975. S. 27.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref14\">[14]<\/a> F\u00fcr \u00d6sterreich. S. 71 und S. 73.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref15\">[15]<\/a> F\u00fcr \u00d6sterreich. S. 6.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Memoriam des 100. Geburtstages von Dr. Karl Schleinzer Das \u201eSalzburger Programm\u201c der \u00d6VP und eine grundlegende Reform der Parteiorganisation bleiben untrennbar mit seinem Namen verbunden. 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