{"id":4514,"date":"2025-09-09T11:35:03","date_gmt":"2025-09-09T09:35:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?page_id=4514"},"modified":"2025-09-09T11:35:04","modified_gmt":"2025-09-09T09:35:04","slug":"maria-hampel-fuchs","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?page_id=4514","title":{"rendered":"Maria Hampel-Fuchs"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Maria Hampel-Fuchs<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die geb\u00fcrtige Steirerin aus Wenireith (Bezirk Hartberg) arbeitete nach der Schule zun\u00e4chst als Di\u00f6zesansekret\u00e4rin der Katholischen Arbeiterjugend-M\u00e4dchen in der Steiermark. Mit 24 Jahren (1964) \u00fcbersiedelte sie nach Wien und \u00fcbernahm die Funktion einer Zentralsekret\u00e4rin der Katholischen Jugend. Von 1969 bis 1970 absolvierte Maria Hampel-Fuchs die Sozialakademie der Wiener Arbeiterkammer, um danach 12 Jahre (1970 bis 1982) als Bundessekret\u00e4rin der Frauen im \u00d6AAB zu fungieren. Von 1976 bis 1984 war Hampel-Fuchs auch als Arbeiterkammerr\u00e4tin t\u00e4tig. Insgesamt 17 Jahre (1983\u20132000) bekleidete sie die Funktion der Obfrau des Sozialen Hilfswerks (heute Wiener Hilfswerk) in Wien.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria Hampel-Fuchs startete ihre politische Karriere 1973 als Bezirksr\u00e4tin in der Josefstadt, deren gleichzeitige Bezirksreferentin sie auch f\u00fcr die \u00d6sterreichische Frauenbewegung gewesen war. Damals hatte die Steirerin Edda Egger die Bundesleitung der \u00d6sterreichischen Frauenbewegung inne; ihr war es gelungen, die Frauenbewegung 1972 zu einer Teilorganisation der \u00d6VP zu machen. Auch unter der Nachfolgerin von Egger, Herta Haider, engagierte sich Maria Hampel-Fuchs in der Frauenbewegung. 1978 erfolgte ihre Wahl in den Wiener Landtag und Gemeinderat, sie war ab 1983 Mitglied des Wiener Stadtsenats und der Wiener Landesregierung, allerdings ohne Ressort.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 29. November 1996 erfolgte ihre Wahl zur Ersten Landtagspr\u00e4sidentin. Obwohl die \u00d6VP bei den Wahlen nur den dritten Platz belegte, wurde Maria Hampel-Fuchs \u2013 aufgrund eines Koalitionsabkommens zwischen SP\u00d6 und \u00d6VP \u2013 mit 87 von 99 Stimmen in dieses Amt gew\u00e4hlt. Sie war somit die erste und bislang einzige Frau der \u00d6VP, die als Erste Landtagspr\u00e4sidentin die Geschicke des Wiener Landesparlaments leitete. In dieser Funktion verblieb sie bis zum 27. April 2001.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Politikerin engagierte sie sich f\u00fcr Sozial- und Gesundheitsfragen, Kinder- und Jugendprobleme und f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung der Armut in Wien. Ihr war es wichtig, dass der Patientenanwalt, der Kinder- und Jugendanwalt sowie der Umweltanwalt im Wiener Landtag das Rederecht erhielten. Au\u00dferdem wirkte sie als Vizepr\u00e4sidentin f\u00fcr Psychosoziale Dienste in Wien und des Kuratoriums Wiener Pensionistenwohnh\u00e4user. Der gemeinn\u00fctzige Fonds ist \u00d6sterreichs gr\u00f6\u00dfter Anbieter im Bereich von Senioren- und Seniorinnen-Betreuung.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Ausscheiden aus der Politik widmete sie sich dem Studium der Politikwissenschaft an der Universit\u00e4t Wien. Dieses schloss Maria Hampel-Fuchs 2008 mit einer Diplomarbeit \u00fcber \u201eWien ist anders. Das dritte Modell des F\u00f6deralismus in \u00d6sterreich\u201c erfolgreich ab. Diese Arbeit ist ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr Wien als Land und Gemeinde, Wien ist eben ein 3. Modell des F\u00f6deralismus.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Jahre zuvor, am 30. Juni 2006, ehrte die Stadt Wien Maria Hampel-Fuchs mit der zweith\u00f6chsten Auszeichnung, die die Stadt zu vergeben hat \u2013 B\u00fcrgermeister Michael H\u00e4upl verlieh ihr den Titel \u201eB\u00fcrgerin der Stadt Wien\u201c. Als Maria Hampel-Fuchs 2005 ihren 65. Geburtstag feierte, begl\u00fcckw\u00fcnschte sie auch der damalige Bundespr\u00e4sident Heinz Fischer. Er dankte f\u00fcr ihr jahrzehntelanges und engagiertes, verdienstvolles Wirken in vielen \u00f6ffentlichen Funktionen nicht nur im Dienste Wiens, sondern auch \u00d6sterreichs und meinte, dass viele ihrer kommunalpolitischen Initiativen auch heute weiterwirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria Hampel-Fuchs kann auf ein bewegtes politisches Leben zur\u00fcckblicken, obwohl sie still ihr politisches Amt aus\u00fcbte. Sie war unter den B\u00fcrgermeistern Leopold Gratz, Helmut Zilk und Michael H\u00e4upl politisch aktiv und Wegbegleiterin von Lola Solar, der Grand Dame der \u00d6VP Frauenbewegung. Eine wichtige und wohl auch pr\u00e4gende Pers\u00f6nlichkeit f\u00fcr Maria Hampel-Fuchs war wohl Grete Rehor. F\u00fcr die erste Ministerin \u00d6sterreichs verfasste Maria Hampel-Fuchs eine Festschrift.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria Hampel-Fuchs\u00b4s Leitsatz \u201ePolitik braucht wieder Menschen mit Gewissen\u201c hat auch heute nicht an Aktualit\u00e4t verloren, er ist sogar aktueller denn je. Maria Hampel-Fuchs folgte diesem Leitsatz mit all ihrer Kraft, mit all ihrem Verstand und mit all ihrer Herzensw\u00e4rme, dabei blieb sie stets bescheiden im Hintergrund.<\/p>\n\n\n\n<p><em>(Anita Ziegerhofer)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Maria Hampel-Fuchs Die geb\u00fcrtige Steirerin aus Wenireith (Bezirk Hartberg) arbeitete nach der Schule zun\u00e4chst als Di\u00f6zesansekret\u00e4rin der Katholischen Arbeiterjugend-M\u00e4dchen in der Steiermark. 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