{"id":4160,"date":"2024-06-17T16:40:24","date_gmt":"2024-06-17T14:40:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?page_id=4160"},"modified":"2024-06-17T16:40:24","modified_gmt":"2024-06-17T14:40:24","slug":"gerhart-bruckmann","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?page_id=4160","title":{"rendered":"Gerhart Bruckmann"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Gerhart Bruckmann<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Von fr\u00fchester Jugend an galt sein Interesse der Mathematik, der Logik und der fr\u00fchen Computerwissenschaft. Seinem breiten Interessensspektrum folgend studierte er Bauingenieurwesen, Volkswirtschaftslehre, Mathematik, Versicherungsmathematik, Physik und Statistik. Durch die wiederholte Zuerkennung von Stipendien war es ihm m\u00f6glich Studien in Graz, USA, Wien und Rom zu finanzieren. Schlie\u00dflich promovierte er 1956 in Rom aus Statistik und Versicherungswissenschaften.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die Nationalratswahlen 1966 sollten das Leben von Gerhart Bruckmann entscheidend ver\u00e4ndern. Bruckmann hatte \u2013 weltweit als einer der ersten \u2013 ein mathematisch-statistisches Verfahren zur Hochrechnung von Wahlergebnissen aus Teilresultaten entwickelt, das er anl\u00e4sslich der Nationalratswahlen vom 6. M\u00e4rz 1966 anwandte und im \u00d6sterreichischen Fernsehen erstmals \u00f6ffentlich pr\u00e4sentierte. Damit stand er \u00fcber Nacht im Rampenlicht und wurde einer breiten \u00d6ffentlichkeit als Wahlhochrechner der Nation bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie zahlreiche Experten und &#8211; im positiven Sinn &#8211; \u201eQuerdenker\u201c wurde auch Gerhart Bruckmann von Bundeskanzler und \u00d6VP-Bundesparteiobmann Dr. Josef Klaus eingeladen, im Rahmen der \u201eAktion 20\u201c mitzuarbeiten. Damit bewies Josef Klaus, dass sich erfolgreiche Politik Zukunftsfragestellungen und Zukunftstechniken gegen\u00fcber nicht verschlie\u00dfen d\u00fcrfe.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Eindruck, den dieses Auftreten im Jahre 1966 machte, l\u00e4sst sich heute nur schwer nachvollziehen; in der damaligen Fr\u00fchzeit des Einsatzes elektronischer Rechenanlagen schien diese Hochrechnung schiere Zauberei. Er publizierte sein Verfahren als Habilitationsschrift noch im selben Jahr und wurde 1967 an die Hochschule Linz und 1968 an die Universit\u00e4t Wien, als o. Univ.-Prof. f\u00fcr Statistik in der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakult\u00e4t berufen. Gleichzeitig wurde ihm die Leitung des Instituts f\u00fcr H\u00f6here Studien anvertraut, eine T\u00e4tigkeit, die er bis 1973 wahrnahm.<\/p>\n\n\n\n<p>Die n\u00e4chste Weichenstellung erfuhr seine Karriere, als er Anfang 1970 vom damaligen Bundeskanzler Klaus zu einem Mittagessen mit den f\u00fchrenden Exponenten des 1968 gegr\u00fcndeten Club of Rome eingeladen wurde. Seit damals hat er sein gesamtes wissenschaftliches Schwergewicht dieser Thematik neben Fragen des Wahlrechts und der Wahlarithmetik gewidmet.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Rahmen seiner akademischen T\u00e4tigkeit war Bruckmann mit Leib und Seele Lehrer. Er bewies auch in der Lehre seine Innovationskraft. So propagierte er die Idee, Planspiele in die Lehre zu integrieren, mit von ihm selbst entwickelten Unternehmensplanspielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Da Bruckmann die wachsende Bedeutung der Computerwissenschaften schon fr\u00fch erkannt hatte, setzte er sich massiv f\u00fcr die Einrichtung eines angewandten Studiums der Informatik an der Universit\u00e4t Wien ein. Gemeinsam mit dem Ordinarius f\u00fcr Betriebswirtschaftslehre, Erich Loitlsberger, entwickelte er das achtsemestrige Studium der Betriebs- und Wirtschaftsinformatik an der Universit\u00e4t Wien, das bis heute (wenngleich in abge\u00e4nderter Form) besteht. 1971 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der \u00d6sterreichischen Akademie der Wissenschaften gew\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Von 1983 bis 1985 war Bruckmann Pr\u00e4sident der \u00d6sterreichischen Statistischen Gesellschaft (\u00d6SG), zu deren Ehrenmitglied er 1997 gew\u00e4hlt wurde. Er ist auch Namensgeber des Gerhart Bruckmann Preises der \u00d6SG, der seit 2015 f\u00fcr Aktivit\u00e4ten vergeben wird, die dazu beigetragen haben, den Stellenwert und das Ansehen der Statistik in der \u00d6ffentlichkeit zu verbessern. Von 1988 bis 1991 war er Pr\u00e4sident des \u00d6sterreichischen Akademikerbundes der \u00d6sterreichischen Volkspartei. 1986 lud ihn der damalige Bundesparteiobmann der \u00d6VP, Alois Mock, ein, \u201eseine Auffassungen innerhalb der \u00d6VP und im Nationalrat zu vertreten\u201c. Er folgte diesem Ruf und war von 1986 bis 1994 und von 1999 bis 2002 Abgeordneter zum Nationalrat. Im \u00f6sterreichischen Nationalrat war Bruckmann in zahlreichen Aussch\u00fcssen t\u00e4tig.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahre 2002 schied er \u2013 mit Auslaufen der Legislaturperiode \u2013 mit 70 Jahren als damals \u00e4ltester Abgeordneter aus dem Nationalrat aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerhart Bruckmann Von fr\u00fchester Jugend an galt sein Interesse der Mathematik, der Logik und der fr\u00fchen Computerwissenschaft. 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