{"id":3759,"date":"2023-04-14T09:19:55","date_gmt":"2023-04-14T07:19:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?page_id=3759"},"modified":"2023-04-14T09:19:57","modified_gmt":"2023-04-14T07:19:57","slug":"wolfgang-schmitz","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?page_id=3759","title":{"rendered":"Wolfgang Schmitz"},"content":{"rendered":"\n<p>Wolfgang Schmitz<\/p>\n\n\n\n<p>Wolfgang Schmitz wurde am 28. Mai 1923 in Wien in eine christlich-sozial gepr\u00e4gte Familie geboren. Nach der Matura 1941 begann er sein Studium der Rechtswissenschaften an der Universit\u00e4t Wien, wurde jedoch bereits nach einem Semester zur Deutschen Wehrmacht eingezogen. Erst nach Kriegsende 1945 konnte er sein Studium fortsetzen und 1948 mit dem Doktorat abschlie\u00dfen. Erg\u00e4nzend dazu studierte er National\u00f6konomie, Philosophie und Staatswissenschaften in Fribourg und an der Catholic University of America in Washington D.C.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Gerichtsjahr f\u00fchrte ihn seine erste berufliche T\u00e4tigkeit ins Generalsekretariat der damaligen Bundeskammer der Gewerblichen Wirtschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon w\u00e4hrend des Krieges engagierte sich Wolfgang Schmitz als \u00fcberzeugter Gegner des nationalsozialistischen Regimes in der katholischen Jugend. Nach 1945 sah er im \u00fcbernationalen Zusammenwirken der europ\u00e4ischen Teilorganisationen der studierenden katholischen Jugend eine wichtige friedenspolitische Chance und wirkte am ersten Weltkongress der katholischen Studierenden in Luzern mit, an dem 1946 Vertreter aus \u00fcber vierzig Staaten teilnahmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sein politisches Handeln beruhte auf den Grundlagen der Katholischen Soziallehre, der Naturrechtslehre seines Lehrers Johannes Messner und des Ordo-Liberalismus als Fundament einer Sozialen Marktwirtschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Wolfgang Schmitz war einer der Initiatoren des Beirats f\u00fcr Wirtschafts- und Sozialfragen, dessen erster Vorsitzender 1963 wurde. Der Beirat trug durch sozialpartnerschaftlich ausgewogene, wissenschaftliche Gutachten ma\u00dfgeblich dazu bei, dass wesentliche sozial-\u00f6konomische Grundsatzfragen vorparlamentarisch au\u00dfer Streit gestellt werden konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Josef Klaus 1964 Alfons Gorbach als \u00d6VP-Parteivorsitzender und Bundeskanzler abl\u00f6ste, berief er Wolfgang Schmitz zum Bundesminister f\u00fcr Finanzen. In dieser Zeit setzte er entscheidende Akzente mit der Einf\u00fchrung der mittelfristigen Budgetvorschau, der Einrichtung des Familienlasten-Ausgleichsfonds sowie des Katastrophenfonds. Seine \u201eWachstumsgesetze\u201c erh\u00f6hten das langfristige Wachstumspotential der \u00f6sterreichischen Wirtschaft. 1968 wendete der von ihm mitgetragene \u201eBig Bargain\u201c die drohende Stagflation durch eine ausgewogene Abstimmung von Geld- und Einkommenspolitik die damals drohende Stagflation ab. Im selben Jahr l\u00f6ste er den erkrankten Reinhard Kamitz als Pr\u00e4sident der \u00d6sterreichischen Nationalbank ab. In dieser Funktion, die er bis 1973 aus\u00fcbte, sorgte er f\u00fcr eine Neuorientierung der Geld- und Wechselkurspolitik und leistete durch den Einsatz von heute als makroprudenzielle Instrumente bezeichneten Ma\u00dfnahmen einen entscheidenden Beitrag zur Finanzmarktstabilit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Folgejahren wirkte Wolfgang Schmitz bis zu seiner Pensionierung als Konsulent in der Wirtschaftskammer. W\u00e4hrend dieser Zeit intensivierte er seine schon unmittelbar nach dem Studium begonnene publizistische T\u00e4tigkeit. 1976 leistete er als deren Mit-Herausgeber einen ma\u00dfgeblichen Beitrag zur Rettung und Neupositionierung der unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg von Friedrich Funder gegr\u00fcndeten Wochenzeitung DIE FURCHE durch den Herold-Verlag. Bis 2003 wirkte er \u00fcberdies als Herausgeber der \u201eEurop\u00e4ischen Rundschau\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Liste seiner Publikationen umfasst mehr als 20 B\u00fccher und \u00fcber 200 Fachbeitr\u00e4ge zu Grundsatzthemen der Christlichen Soziallehre, der Sozialen Marktwirtschaft und der Ordnungspolitik. Nach ihm ist die Wolfgang-Schmitz-Promenade entlang des Donaukanals im 1. Bezirk benannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausgew\u00e4hlte Publikationen:<\/p>\n\n\n\n<p>Wolfgang Schmitz \u2013 wirtschaftspolitische Weichenstellungen. 1963\u20131973, Reminiszenzen eines Jahrzehnts. Orac Verlag. Wien. 1996. (Hrsg.: Karl Socher)<br>Wolfgang Schmitz, Wirtschafts- und Ordnungsethik in ihrem Anspruch an Sozial-, Institutionen-, Konjunktur- und W\u00e4hrungspolitik. Berlin, 2004.<br>Wolfgang Schmitz, Was macht den Markt sozial? Die Grundz\u00fcge der Sozialen Marktwirtschaft, Wien, 1982<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wolfgang Schmitz Wolfgang Schmitz wurde am 28. 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