{"id":4494,"date":"2024-10-10T13:13:00","date_gmt":"2024-10-10T11:13:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?p=4494"},"modified":"2025-07-08T13:15:44","modified_gmt":"2025-07-08T11:15:44","slug":"zum-80-geburtstag-von-hofrat-fritz-neugebauerpraesident-des-nationalrates-und-vorsitzender-der-goed-a-d","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?p=4494","title":{"rendered":"Zum 80. Geburtstag von Hofrat Fritz Neugebauer, Pr\u00e4sident des Nationalrates und Vorsitzender der G\u00d6D a. D."},"content":{"rendered":"\n<p>Eine historische W\u00fcrdigung von Sektionschef i.R. Dr. Matthias Tschirf<br>Wiener \u00d6VP-Klubobmann a.D. sowie langj\u00e4hriger Obmann des \u00d6AAB Wien<\/p>\n\n\n\n<p>Fritz Neugebauer wurde am 10. Oktober 1944 als Sohn einer Schneiderin und eines \u00d6BB Beamten in Wien geboren. Er besuchte die Volksschule, dann das humanistische Bundesgymnasium Wien 2 von 1954-1958. Der Wechsel in die Lehrerbildungsanstalt Wien 1 Hegelgasse sollte seinen weiteren Lebensweg bestimmen. Unter seinen Professoren war f\u00fcr P\u00e4dagogik und Psychologie der sp\u00e4tere Wiener B\u00fcrgermeister Helmut Zilk, den Neugebauer anl\u00e4sslich Zilks Ableben am 28. Oktober 2008 als \u201epers\u00f6nlichen Freund\u201c bezeichnete.<\/p>\n\n\n\n<p>Fritz Neugebauer legte nach der Matura die Lehramtspr\u00fcfungen f\u00fcr Volksschulen 1964, Hauptschulen 1974 und Polytechnische Lehrg\u00e4nge 1989 ab. Er stand im Klassenzimmer von 1965-1997. Der Lehrberuf sollte ihn f\u00fcr sein Leben pr\u00e4gen. Er wei\u00df bis heute um die besonderen Herausforderungen, denen sich Lehrerinnen und Lehrer t\u00e4glich zu stellen haben. Im Klassenzimmer gilt es, die Spannungen unserer Gesellschaft zu bew\u00e4ltigen. Das Engagement f\u00fcr die Wertsch\u00e4tzung dieser Arbeit seiner Kolleginnen und Kollegen ist ihm bis heute ein besonderes Anliegen, f\u00fcr die absch\u00e4tzige Qualifizierung der Lehrer versteht der sonst wirklich humorvolle Neugebauer keinen Spa\u00df. Sehr bald engagierte sich Fritz Neugebauer in der Berufsvertretung der Lehrerinnen und Lehrer als Personalvertreter von FCG und \u00d6AAB.<\/p>\n\n\n\n<p>1971 wurde er in den Zentralausschuss der Personalvertretung der Wiener Landeslehrer gew\u00e4hlt, 1975 deren Vorsitzender, bis er 1979 ins Pr\u00e4sidium der G\u00d6D aufstieg. In dieser Zeit war er ma\u00dfgeblich an Verhandlungen, die zu wesentlichen Verbesserungen des Dienst- und Besoldungsrechtes der Landesschullehrerinnen und Landesschullehrer f\u00fchrten, beteiligt. Sie trugen den deutlich gewachsenen Anforderungen an den Lehrberuf und die l\u00e4ngere Ausbildungszeit Rechnung. Fritz Neugebauer machte sich als engagierter Verhandler sehr rasch bundesweit einen Namen und wurde deshalb 1989 stellvertretender G\u00d6D Vorsitzender. Acht Jahre sp\u00e4ter folgte er Siegfried Dohr als Vorsitzender der G\u00d6D.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gewerkschaftstag 1997 wurde durch gro\u00dfe Turbulenzen mit der Bundesregierung unter Viktor Klima und Wolfgang Sch\u00fcssel gekennzeichnet. Sie dr\u00fcckten sich in lautstarken Protesten gegen\u00fcber den Regierungsmitgliedern aus. Die Regierung sparte ab Mitte der 1990er Jahre beim \u00f6ffentlichen Dienst massiv ein und setzte eine Vielzahl an Ma\u00dfnahmen: Aufnahmestopp, Funktionen auf Zeit, geringere Anrechnung von Vordienstzeiten, K\u00fcrzungen bei l\u00e4ngeren Krankenst\u00e4nden. 1997 k\u00fcndigte die Bundesregierung eine umfassende Pensionsreform im \u00f6ffentlichen Dienst an. Sie zielte auf eine Vereinheitlichung des Beamten-Pensionssystems mit dem des ASVG und damit auf eine deutliche Reduzierung der Pensionsh\u00f6he. Gleichzeitig wurden die Einstiegsgeh\u00e4lter der J\u00fcngeren finanziell attraktiver.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Fritz Neugebauer zum G\u00d6D-Vorsitzenden gew\u00e4hlt wurde, erwarteten sich \u00d6ffentlichkeit und Medien eine Verh\u00e4rtung der Fronten zwischen den Sozialpartnern im \u00f6ffentlichen Dienst.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich erwies sich Fritz Neugebauer aber als \u00e4u\u00dferst geschickter Interessenvertreter: Er schuf eine neue Gespr\u00e4chsbasis zur Bundesregierung und erm\u00f6glichte eine Modernisierung des \u00f6ffentlichen Dienstes: durch andere Gehaltsverl\u00e4ufe, l\u00e4ngere \u00dcbergangsfristen, Einf\u00fchrung von Pensionskassen, Schaffung von neuen Kollektivvertr\u00e4gen. Neugebauer erwies sich gerade bei Gehaltsverhandlungen als durchschlagskr\u00e4ftiger Interessensvertreter. Ganz wesentlich war es ihm stets zu zeigen wie wichtig der \u00f6ffentliche Dienst f\u00fcr den Staat und den Zusammenhalt von Gesellschaft und Wirtschaft ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00f6ffentlich-rechtlichen Dienstverh\u00e4ltnisse wurden deutlich reduziert und unterschieden sich fortan bei den J\u00fcngeren kaum noch von Privatrechtlichen. An ihre Stelle traten nun private Dienstverh\u00e4ltnisse, teilweise basierend auf eigenen Kollektivvertr\u00e4gen. Diese Balance gelang Fritz Neugebauer in einer vor allem Anfang der 2000er Jahre aufgeheizten \u00f6ffentlichen Stimmung dadurch, dass er intensiven Kontakt zu seinen Funktion\u00e4ren pflegte. Gerade f\u00fcr die sogenannten &#8220;kleinen Funktion\u00e4re&#8221; an der Basis hatte er immer ein offenes Ohr. Gleichzeitig wurde er sowohl bei den anderen Gewerkschaftsorganisationen als auch bei den Sozialpartnern au\u00dferordentlich gesch\u00e4tzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Fritz Neugebauer war neben seiner Funktion als Spitzenfunktion\u00e4r der G\u00d6D von 1991 bis 2003 Bundesvorsitzender der Fraktion Christlicher Gewerkschafter und Vizepr\u00e4sident des Gewerkschaftsbundes, von 2003 bis 2009 Bundesobmann des \u00d6sterreichischen Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbundes \u00d6AAB.<\/p>\n\n\n\n<p>Er geh\u00f6rte von 1996 bis 1999 und von 2002 bis 2013 als Abgeordneter dem \u00f6sterreichischen Nationalrat an, war vor allem im Bildungsausschuss engagiert, wurde 2006 stellvertretender \u00d6VP-Klubobmann und 2008 Zweiter Nationalratspr\u00e4sident und damit einer der h\u00f6chsten Repr\u00e4sentanten der Republik \u00d6sterreich.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine besondere St\u00e4rke zeigte Neugebauer stets w\u00e4hrend der Wahlk\u00e4mpfe. \u201eFritz\u201c wie er mit Sympathie und Respekt von seinen Freunden genannt wird, verstand als exzellenter Redner in gro\u00dfen Versammlungen wie in der pers\u00f6nlichen Begegnung zu \u00fcberzeugen. Fritz Neugebauer wurde der Berufstitel Hofrat aufgrund seiner beruflichen Verdienste verliehen. F\u00fcr seine politische T\u00e4tigkeit erhielt er hohe Auszeichnungen, zu erw\u00e4hnen ist unter anderem das Gro\u00dfe Silberne Ehrenzeichen der Republik \u00d6sterreich am Bande.<\/p>\n\n\n\n<p>Fritz Neugebauer ist belesen, historisch gebildet und hat die Welt bereist. Es ist immer ein Vergn\u00fcgen mit ihm \u00fcber die kulturellen, historischen, politischen und landschaftlichen Besonderheiten der verschiedenen Weltgegenden zu sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Karl von Vogelsang-Institut gratuliert seinem Mitglied Pr\u00e4sident Hofrat Fritz Neugebauer von ganzem Herzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine historische W\u00fcrdigung von Sektionschef i.R. Dr. Matthias TschirfWiener \u00d6VP-Klubobmann a.D. sowie langj\u00e4hriger Obmann des \u00d6AAB Wien Fritz Neugebauer wurde am 10. 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