{"id":4478,"date":"2025-06-11T12:10:00","date_gmt":"2025-06-11T10:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?p=4478"},"modified":"2025-07-08T12:12:29","modified_gmt":"2025-07-08T10:12:29","slug":"zum-80-geburtstag-von-bundeskanzler-a-d-dr-wolfgang-schuessel-7-juni-1945-in-wien","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?p=4478","title":{"rendered":"Zum 80. Geburtstag von Bundeskanzler a.D. Dr. Wolfgang Sch\u00fcssel (*7. Juni 1945 in Wien)"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>Wie wenig andere Politiker in \u00d6sterreich pr\u00e4gte Wolfgang Sch\u00fcssel eine ganze Periode \u00f6sterreichischer Innenpolitik. Treibende Kraft seiner Politik war der Wille zur Reform und der Mut, sich nicht auf bestehende Strukturen alleine zu verlassen, sobald er diese als \u00fcberholt und als ineffizient angesehen hatte. Die Bezeichnung \u201eReformkanzler\u201c traf auf Wolfgang Sch\u00fcssel zu, und machte damit sein Bem\u00fchen deutlich, wirtschaftlichen und politischen Stillstand in \u00d6sterreich zu \u00fcberwinden. Ebenso f\u00fchrte er als Minister und sp\u00e4ter als Bundeskanzler \u00d6sterreich in einer Phase der integrationspolitischen Umorientierung \u201enach Europa\u201c.<br><br>Sch\u00fcssel geh\u00f6rte ab 1989 der \u00f6sterreichischen Bundesregierung an und war von 1995 bis 2007 Bundesparteiobmann der \u00d6VP. Vom 4. Februar 2000 bis zum 11. J\u00e4nner 2007 war Sch\u00fcssel \u00f6sterreichischer Bundeskanzler und als solcher im ersten Halbjahr 2006 Vorsitzender des Europ\u00e4ischen Rates. Von 30. Oktober 2006 bis 8. September 2011 war er wieder Abgeordneter zum Nationalrat und von 2006 bis 2008 Klubobmann des Parlamentsklubs der \u00d6VP, den er bereits von 1999 bis 2000 sowie von 2002 bis 2003 angef\u00fchrt hatte.<br><br>Von 1968 bis 1975 war der Jurist Sekret\u00e4r des Parlamentsklubs der Partei, von 1975 bis 1991 Generalsekret\u00e4r des \u00d6sterreichischen Wirtschaftsbundes, von 1979 bis 1989 Abgeordneter zum Nationalrat. 1989 wurde Sch\u00fcssel als Nachfolger Robert Grafs Bundesminister f\u00fcr Wirtschaftliche Angelegenheiten. Am 22. April 1995 l\u00f6ste er Erhard Busek als Bundesparteiobmann der \u00d6VP ab. Von diesem \u00fcbernahm er auch das Amt des Vizekanzlers unter Franz Vranitzky (SP\u00d6), zugleich wechselte er als Bundesminister in das Bundesministerium f\u00fcr ausw\u00e4rtige Angelegenheiten, wo er Alois Mock abl\u00f6ste.<br><br>Nach der Nationalratswahl am 3. Oktober 1999 kam es zu Koalitionsgespr\u00e4chen mit der SP\u00d6. Diese Gespr\u00e4che scheiterten jedoch im Dezember 1999 und in der Folge einigten sich Sch\u00fcssel und J\u00f6rg Haider auf eine \u00d6VP-FP\u00d6-Koalition. Sch\u00fcssel wurde am 4. Februar 2000 \u00f6sterreichischer Bundeskanzler. Die Regierungsbeteiligung der FP\u00d6 hatte sowohl inl\u00e4ndische wie internationale Proteste zur Folge. Die 14 EU-Regierungen hoben getroffenen Sanktionen erst im September 2000 nach Vorliegen des so genannten \u201eWeisenberichts\u201c auf. Infolge interner Konflikte der FP\u00d6 zerbrach die Koalition und bei der folgenden Nationalratswahl im November 2002 erreichte die \u00d6VP unter F\u00fchrung Sch\u00fcssels einen Rekordgewinn (+ 15,4%) und einen Stimmenanteil von 42,3%. Erstmals seit der Wahl im Jahr 1966 war die \u00d6VP damit wieder stimmenst\u00e4rkste Partei. Wolfgang Sch\u00fcssel erneuerte die Koalition mit der stark geschw\u00e4chten FP\u00d6. Im April 2005 spaltete sich die F\u00fchrungsspitze der FP\u00d6 unter F\u00fchrung von J\u00f6rg Haider ab und gr\u00fcndete das B\u00fcndnis Zukunft \u00d6sterreich (BZ\u00d6). \u00d6VP und BZ\u00d6 f\u00fchrten die Koalition fort. Nach der Nationalratswahl am 1. Oktober 2006 fiel die \u00d6VP wieder hinter die SP\u00d6 zur\u00fcck. Wolfgang Sch\u00fcssel trat als Kanzler zur\u00fcck und \u00fcbernahm die F\u00fchrung des \u00d6VP-Parlamentsklubs.<br><br>Seit den Anf\u00e4ngen seiner politischen T\u00e4tigkeit setzte er sich f\u00fcr Budgetdisziplin und Reformen im \u00f6ffentlichen Dienst und Privatisierungen der verstaatlichten Industrie ein (\u201eMehr privat \u2013 weniger Staat\u201c). W\u00e4hrend der Kanzlerschaft Sch\u00fcssels wurde eine umfassende Pensionsreform unter der Zielsetzung einer langfristigen Finanzierbarkeit der Pensionssysteme umgesetzt. F\u00fcr tiefgreifende \u00c4nderungen im \u00f6sterreichischen Asyl- und Fremdenrecht sorgte das 2005 beschlossene Fremdenrechtspaket. Partei\u00fcbergreifend begr\u00fc\u00dft wurden die beginnenden Restitutionszahlungen an Opfer des Nationalsozialismus.<br><br>Im Jahre 2020 erschien seine Autobiographie \u201eWas. Mut. Macht. Bemerkungen und Bemerkenswertes\u201c (ecowin), in dem nicht nur seinem politischen Leben breiter Raum gewidmet wird, sondern auch dem Menschen Wolfgang Sch\u00fcssel. Politik, Kultur und Sport werden hier als \u201ekommunizierende Gef\u00e4\u00dfe\u201c beschrieben.<br><br><strong>Das Karl von Vogelsang-Institut gratuliert Dr. Wolfgang Sch\u00fcssel herzlichst zu seinem Ehrentag!<\/strong><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie wenig andere Politiker in \u00d6sterreich pr\u00e4gte Wolfgang Sch\u00fcssel eine ganze Periode \u00f6sterreichischer Innenpolitik. 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