{"id":2447,"date":"2010-06-01T15:34:09","date_gmt":"2010-06-01T13:34:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?p=2447"},"modified":"2019-10-02T15:36:54","modified_gmt":"2019-10-02T13:36:54","slug":"richard-schmitz-christlich-soziale-politik-vom-vorabend-des-ersten-weltkriegs","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?p=2447","title":{"rendered":"Richard Schmitz: Christlich-soziale Politik vom Vorabend des Ersten Weltkriegs"},"content":{"rendered":"\n<p>Richard Schmitz (1885-1954) z\u00e4hlt zu den\nbedeutendsten Pers\u00f6nlichkeiten der \u00f6s terreichischen Christdemokratie in der\nersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts.<br>\n<br>\n<\/p>\n\n\n\n<p>Seine ersten politischen Sporen erwarb\ner sich noch unter Karl Lueger; nach 1918 geh\u00f6rte Richard Schmitz bald zum\nengeren F\u00fchrungskreis der Christlich-sozialen Partei, wobei er als\nVertrauensmann von Ignaz Seipel galt. Neben seiner T\u00e4tigkeit als Direktor der\nZentralstelle des Volksbundes der Katholiken \u00d6sterreichs entfalte te er eine\numfangreiche journalistische und schriftstellerische T\u00e4tigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Von 1918 bis 1923 war Schmitz\nAbgeordneter im Wiener Gemeinderat, von 1920 bis 1934 Mitglied des\nNationalrats. Richard Schmitz geh\u00f6rte in unterschiedlichen Funktionen mehreren\nBundesregierungen an: Von 1922-1924 war er Sozialmi nister, von 1926-1929\nUnterrichtsminister, 1930 Vizekanzler und Sozialminister, 1933-1934 wiederum\nSozialminister und danach bis Juli 1934 Bundesminister ohne Portefeuille. In\nletzterer Funktion war Schmitz, der zu den Proponenten st\u00e4nde staatlicher Ideen\ninnerhalb der Christlichsozialen z\u00e4hlte, ma\u00dfgeblich an der Ausar beitung der\nVerfassung 1934 beteiligt.<br>\n<br>\nNach den Februark\u00e4mpfen 1934 wurde er zuerst Bundeskommiss\u00e4r und dann\nB\u00fcrgermeister von Wien, eine Funktion, die er bis zum 11. M\u00e4rz 1938 bekleidete.\nSchmitz war ein kompromissloser Gegner des Nationalsozialismus und bis zuletzt\nein \u00fcberzeugter Verfechter der \u00f6sterreichischen Unabh\u00e4ngigkeit. Bereits mit dem\nersten Prominententransport wurde er in das KZ Dachau depor tiert, wo er bis\nKriegsende schwerste Folterungen und Dem\u00fctigungen erlitt. Schmitz blieb auch\nunter den versch\u00e4rften Bedingungen der KZ-Haft seinen \u00dcberzeugungen treu.<br>\n<br>\nAnfang Mai 1945 geh\u00f6rte er zu jener Gruppe prominenter KZ-H\u00e4ftlinge, die von\nder SS als Geiseln nach S\u00fcdtirol gebracht wurde, wo er schlie\u00dflich von\nUS-amerikanischen Einheiten befreit wurde. In der Zweiten Republik wurde\nRichard Schmitz Generaldirektor des Herold-Verlags und war u.a. in der von\nseinem engen Freund Friedrich Funder gegr\u00fcndeten Wo chenzeitschrift \u201eDie\nFurche\u201c wiederum journalistisch und schriftstellerisch t\u00e4tig.<br>\n<br>\nIm Rahmen eines international besetzten wissenschaftlichen Symposiums wurden\ndie verschiedenen biographischen Abschnitte genauso er\u00f6rtert, wie auch seine\nBedeutung f\u00fcr die Christlich-soziale Partei, seine T\u00e4tigkeit in mehreren\nBundesregierungen und nicht zuletzt sein Wirken als Wiener B\u00fcrgermeister im\nMittelpunkt der Referate standen.<\/p>\n\n\n\n<p>Programm:<br>  Univ.-Doz. Dr. Gerhard Hartmann, Kevelaer\/BRD<\/p>\n\n\n\n<p>Jugend und politische Sozialisation.<\/p>\n\n\n\n<p><br>\nUniv.-Prof. John Boyer\nPh.D., Chicago\/USA<\/p>\n\n\n\n<p>Richard Schmitz und die Gruppe der\nWiener Christlich-sozialen im Rahmen der \u201eReichspartei\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><br>\nUniv.-Prof. Dr. Ernst Bruckm\u00fcller, Wien<\/p>\n\n\n\n<p>Sozial- und Unterrichtsminister in den\n1920er Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p><br>\nUniv.-Prof. Dr. Lothar H\u00f6belt, Wien<\/p>\n\n\n\n<p>Richard Schmitz als Protagonist der\ninternationalen Kontakte der Christlichsozialen in der Zwischenkriegszeit.<\/p>\n\n\n\n<p><br>\nDr. Helmut Wohnout, Wien<\/p>\n\n\n\n<p>Die Rolle von Richard Schmitz 1933\/34.<br>\n<br>\nDr. Georg Rigele, Wien<\/p>\n\n\n\n<p>Regierungskommiss\u00e4r und Wiener\nB\u00fcrgermeister 1934-1938.<\/p>\n\n\n\n<p><br>\nDr. Johannes Sch\u00f6nner, Wien<\/p>\n\n\n\n<p>Richard Schmitz als politischer und\nreligi\u00f6ser Publizist.<\/p>\n\n\n\n<p><br>\nUniv.-Doz. Dr. Wolfgang Maderthaner, Wien<\/p>\n\n\n\n<p>Richard Schmitz und die Sozialdemokratie.\nDie Au\u00dfensicht des politischen Gegners.<\/p>\n\n\n\n<p><br>\nUniv.-Doz. Dr. Georg Schmitz, Wien<\/p>\n\n\n\n<p>Konzentrationslager, Emigration und\nLebensabend.<\/p>\n\n\n\n<p><br>\nDr. Richard Schmitz, Wien<\/p>\n\n\n\n<p>Pers\u00f6nliche Erinnerungen an den\nGro\u00dfvater.<\/p>\n\n\n\n<p><br>\nUniv.-Prof. Dr. Dieter A. Binder\n\nWissenschaftliche Zusammenfassung.<br><br>\nMehr als 150 Zuh\u00f6rer machten deutlich, dass ein gro\u00dfes historisches Interesse\nan der Pers\u00f6nlichkeit von Richard Schmitz besteht.<br>\nDie Referate werden im Jahrbuch \u201eDemokratie und Geschichte 2009\/2010\u201c, das in\nder ersten Jahresh\u00e4lfte 2011 erscheinen wird, publiziert und damit einer\nbreiteren interessierten \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht werden.\n\n\n\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Richard Schmitz (1885-1954) z\u00e4hlt zu den bedeutendsten Pers\u00f6nlichkeiten der \u00f6s terreichischen Christdemokratie in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts. 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