{"id":2407,"date":"2013-03-06T14:52:48","date_gmt":"2013-03-06T13:52:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?p=2407"},"modified":"2019-10-02T14:53:12","modified_gmt":"2019-10-02T12:53:12","slug":"neue-datenbank-gibt-den-opfern-einen-namen-und-den-zahlen-ein-gesicht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?p=2407","title":{"rendered":"Neue Datenbank gibt den Opfern einen Namen und den Zahlen ein Gesicht"},"content":{"rendered":"\n<p>\u201eMit der online abrufbaren\nOpferdatenbank, entstanden aus einem gemeinsamen Forschungsprojekt des\nDokumentationsarchivs des \u00f6sterreichischen Widerstandes (D\u00d6W) und des Karl von\nVogelsang-Instituts, werden die Namen von rund 8.000 get\u00f6teten M\u00e4nnern und Frauen,\ndie w\u00e4hrend der NS-Zeit zu Opfern der politischen Verfolgung wurden, erstmals\ndokumentiert und der Forschung zug\u00e4nglich gemacht. Die Datenbank macht den\nSchrecken des NS-Terrors anschaulich. Sie gibt abstrakten Zahlen und Ziffern\neinen Namen und ein Gesicht.\u201c So Helmut Wohnout, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Karl von\nVogelsang-Instituts, anl\u00e4sslich der Pr\u00e4sentation der Datenbank am 6. M\u00e4rz 2013.<\/p>\n\n\n\n<p>Die wissenschaftliche Leiterin des D\u00d6W,\nBrigitte Bailer, bezifferte die Gesamtzahl der politischen Todesopfer des Nationalsozialismus\nin \u00d6sterreich mit rund 9.500 Personen. Auf Grund verloren gegangener\nAktenbest\u00e4nde sei es heute nicht mehr m\u00f6glich alle Namen zu dokumentieren, auch\nwenn die Datenbank laufend erweitert werde. Sie bleibe auch nach der\nPr\u00e4sentation ein \u201ework in progress\u201c, wobei individuelle R\u00fcckmeldungen ein\nwesentliches Element der Bearbeitung darstellen. Bailer geht davon aus, dass\nungef\u00e4hr 100.000 Menschen aus dem heutigen \u00d6sterreich in der NS-Zeit mit der\nGestapo in Konflikt gekommen seien, wobei zu ber\u00fccksichtigen ist, dass nicht\nalle im Widerstand T\u00e4tigen in die F\u00e4nge der Gestapo gerieten. Die Gesamtzahl\nder \u00d6sterreichinnen und \u00d6sterreicher, die 1938 bis 1945 Widerstand leisteten,\ngehen daher \u00fcber diese Zahlen hinaus.<br>\n&nbsp;<br>\nBailer f\u00fchrte weiters aus, dass die Gesamtzahl der verfolgungsbedingt ums Leben\ngekommenen \u00f6sterreichischen NS-Opfer mit mindestens 110.000 Menschen beziffert\nwerden m\u00fcsse; zu ihnen z\u00e4hlen Widerstandsk\u00e4mpfer, Politisch Verfolgte, J\u00fcdinnen\nund Juden, Homosexuelle, Roma und Sinti sowie Opfer der NS-Medizinverbrechen.<br>\n&nbsp;<br>\nSeitens des Vogelsang-Institutes hob Helmut Wohnout die lange und\nwissenschaftlich konstruktive Zusammenarbeit mit dem D\u00d6W hervor. Schon zwischen\n1999 und 2002 konnte ein gemeinsames Forschungsprojekt zur erstmaligen\nvollst\u00e4ndigen Erfassung der Opfer des NS-Terrors zwischen 1933 und 1938\ndurchgef\u00fchrt werden. Das nunmehr pr\u00e4sentierte Projekt, quantitativ viel\numfangreicher und methodisch teils \u00e4u\u00dferst komplex, wurde 2002 gestartet. Die\nbeiden Sachbearbeiter, Johannes Sch\u00f6nner (KvVI) und Gerhard Unger (D\u00d6W) hatten\nsich dabei einer jahrelangen, akribischen quellenm\u00e4\u00dfigen Rechercheaufgabe\ngestellt.<br>\n&nbsp;<br>\nJohannes Sch\u00f6nner betonte das Entgegenkommen nationaler und internationaler\nGedenkst\u00e4tten, aber auch von Landesarchiven, Landesgerichten und kommunalen\nDokumentationseinrichtungen als Voraussetzung f\u00fcr das Gelingen des Projekts.\nExemplarisch hob er die Strafvollzugsanstalt M\u00fcnchen-Stadelheim hervor, in der\nvon 1939 bis 1945 hunderte \u00d6sterreicherinnen und \u00d6sterreicher inhaftiert und\nhingerichtet wurden. Dank der Unterst\u00fctzung der Leitung der Strafanstalt\nStadelheim konnten erstmals Angaben zur Identit\u00e4t der Opfer wissenschaftlich\nausgewertet und in die Datenbank aufgenommen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00a0<br> Abschlie\u00dfend strich Helmut Wohnout hervor, dass die vorliegende Datenbank daf\u00fcr pr\u00e4destiniert ist, didaktisch sinnvoll im Geschichtsunterricht, etwa bei der Erstellung von Projektarbeiten mit einem regionalen Hintergrund eingesetzt zu werden. Sie er\u00f6ffnet neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Erinnerungs- und Vermittlungsarbeit, genauso wie f\u00fcr die individuelle Ahnen-und Familienforschung.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"637\" height=\"381\" src=\"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/opferdatenbank1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2409\" srcset=\"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/opferdatenbank1.png 637w, http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/opferdatenbank1-300x179.png 300w\" sizes=\"(max-width: 637px) 100vw, 637px\" \/><figcaption>Die Forschungsergebnisse werden im Rahmen der Pressekonferenz pr\u00e4sentiert.\nvlnr.: Hon.-Prof. Univ.-Doz. Dr. Brigitte Bailer (D\u00d6W), Thomas Stern (Braintrust), Dr. Gerhard Ungar (D\u00d6W), Priv.-Doz. Dr. Helmut Wohnout und Dr. Johannes Sch\u00f6nner\n<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eMit der online abrufbaren Opferdatenbank, entstanden aus einem gemeinsamen Forschungsprojekt des Dokumentationsarchivs des \u00f6sterreichischen Widerstandes (D\u00d6W) und des Karl von Vogelsang-Instituts, werden die Namen von rund 8.000 get\u00f6teten M\u00e4nnern und &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2407"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2407"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2407\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2410,"href":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2407\/revisions\/2410"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2407"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2407"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2407"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}