{"id":2403,"date":"2019-03-11T13:06:12","date_gmt":"2019-03-11T12:06:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?p=2403"},"modified":"2019-10-02T13:07:46","modified_gmt":"2019-10-02T11:07:46","slug":"75-jahre-anschluss-68-jahre-befreiung-1938-bis-1945-aus-der-vergangenheit-lernen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?p=2403","title":{"rendered":"75 Jahre \u201eAnschluss\u201c &#8211; 68 Jahre Befreiung 1938 bis 1945 \u2013 aus der Vergangenheit lernen?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Gegenw\u00e4rtige Herausforderungen und\nKonzepte f\u00fcr die Zukunft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mehr als 350 Teilnehmer an dieser\nVeranstaltung im Landtagssaal des Nieder\u00f6sterreichischen Landhauses bewiesen\ndie Aktualit\u00e4t und das Interesse am Thema des Abends. Eingeladen hatten neben\ndem Karl von Vogelsang-Institut auch die \u00d6sterreichische Akademie der\nWissenschaften, die Israelitische Kultusgemeinde und das Karl Renner-Institut.\nAm Podium waren sowohl Zeithistoriker wie Univ.-Prof. Dr. Gerhard Botz,\nPriv.-Doz. Dr. Helmut Wohnout, und Priv.-Doz. Dr. Heidemarie Uhl anwesend, wie\nauch Vertreter von Gedenkst\u00e4tten und von Organisationen (Dr. J\u00f6rg\nSkriebeleit\/KZ-Gedenkst\u00e4tte Flossenb\u00fcrg und Werner Dreier\/erinnern.at) , die\ndas Erinnern und Bewahren in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Moderator des Abends, Dr. Andreas\nKoller (Salzburger Nachrichten) betonte gleich zu Beginn die Wichtigkeit der\nVeranstaltung vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen und Erscheinungen zu\nFremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus.<\/p>\n\n\n\n<p><br>\nJ\u00f6rg Skriebeleit beschrieb die Erinnerungskultur in Deutschland, die sich in manchen\nBereichen von der Situation in \u00d6sterreich unterscheidet. W\u00e4hrend f\u00fcr\nDeutschland 1933 das zentrale Datum des nationalsozialistischen Aufstiegs\ndarstellt, ist f\u00fcr \u00d6sterreich der \u201eAnschluss\u201c 1938 die historische Z\u00e4sur. Als\neiner der ersten an diesen Abend sprach Skriebeleit oftmalige \u201ePathosformeln\nmit einer universalen Werteforderung\u201c an. Gleichsam \u201eDIN- genormt\u201c w\u00fcrden\n(Pflicht-)Rituale ein ehrliches Gedenken an Shoa und NS-Terror gelegentlich\n\u00fcberlagern.<\/p>\n\n\n\n<p><br>\nSeitens der Israelitischen Kultusgemeinde kritisierte Raimund Fastenbauer den\nallt\u00e4glichen Umgang der \u00d6sterreicher mit ihrer Geschichte. Kritik \u00fcbte er an\nallen Tendenzen, einen Schlussstrich unter die Ereignisse der Jahre 1938 bis\n1945 ziehen zu wollen. Fastenbauer stellte auch zur Diskussion, inwieweit\nHeldengedenken gefallener \u00f6sterreichischer Soldaten des Zweiten Weltkriegs\nnicht zur Ehrung der Aggressoren diene. Der aktuelle Rechtsextremismus in\nOsteuropa erfordere eine besondere Wachsamkeit der Staaten, die sich\nErinnerungskultur zur politischen Aufgabe gemacht haben.<\/p>\n\n\n\n<p><br>\nDie Historiker Uhl und Botz hoben jahrelange Vers\u00e4umnisse des offiziellen\n\u00d6sterreichs hervor. Dass erst k\u00fcrzlich ein Desserteursdenkmal durch die Republik\nbeschlossen wurde, sei ein jahrelanges Desiderat gewesen. Gerhard Botz begr\u00fc\u00dfte\nausdr\u00fccklich die j\u00fcngste Aussage von Bundespr\u00e4sident Heinz Fischer, dass in der\nErinnerung \u00d6sterreichs der 11. und 12. M\u00e4rz 1938 als \u201eTage der Schande\u201c\nbewertet werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p><br> Helmut Wohnout seinerseits hob die Komplexit\u00e4t der Geschichtsabl\u00e4ufe hervor. Sowohl der politische \u00dcberlebenskampf der&nbsp; \u00f6sterreichischen Regierung vor dem M\u00e4rz 1938, als auch die Situation bei Gr\u00fcndung der Zweiten Republik im Jahre 1945, das damals neu erwachte \u201e\u00d6sterreich- Gef\u00fchl\u201c in bewusster Abgrenzung zu Deutschland in der ersten Phase der Zweiten Republik, m\u00fcssen in der historischen Erinnerungskultur \u00d6sterreichs ihren Platz finden.<br> Wohnout betonte ankn\u00fcpfend an Gerhard Botz das Ineinandergreifen mehrerer Handlungsebenen im M\u00e4rz 1938: Die Ebene der \u201epseudorevolution\u00e4ren Machtergreifung von unten\u201c, jene der \u201escheinlegalen\u201c Machtergreifung von oben\u201c, aber auch jene der \u201e\u00fcberm\u00e4chtigen Intervention von au\u00dfen\u201c. Mit Blick auf die zahlreichen illegalen Nationalsozialisten, die politischen Mitl\u00e4ufer und die Opportunisten k\u00f6nne und solle durchaus vom 11. M\u00e4rz und der Zeit unmittelbar danach als \u201eTagen der Schande\u201c gesprochen werden. Genauso bleibe es aber wesentlich, dass \u00d6sterreich als Staat einer milit\u00e4rischen Aggression wich, die innerstaatliche \u201eMachtergreifung\u201c auch als Konsequenz der nationalsozialistischen Politik der Drohungen und milit\u00e4rischen Erpressungen zu sehen ist. Insofern bleibe der Satz Kurt Schuschniggs in seiner Radiorede vom Abend des 11. 1938,wonach \u00d6sterreich der Gewalt weiche, ebenso ein wesentlicher Bestandteil der \u00f6sterreichischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gegenw\u00e4rtige Herausforderungen und Konzepte f\u00fcr die Zukunft Mehr als 350 Teilnehmer an dieser Veranstaltung im Landtagssaal des Nieder\u00f6sterreichischen Landhauses bewiesen die Aktualit\u00e4t und das Interesse am Thema des Abends. 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