{"id":3711,"date":"2023-02-20T10:18:10","date_gmt":"2023-02-20T09:18:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?page_id=3711"},"modified":"2023-02-20T10:18:10","modified_gmt":"2023-02-20T09:18:10","slug":"erwin-altenburger-1903-1984","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?page_id=3711","title":{"rendered":"Erwin Altenburger (1903-1984)"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Erwin Altenburger (1903-1984)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der 1903 in Mautern\/Steiermark geborene Altenburger war einer der prominentesten und aktivsten Christgewerkschafter der Zweiten Republik. Nach dem Besuch der Volksschule und B\u00fcrgerschule erlernte Erwin Altenburger den Beruf des Schuhmachers, und absolvierte anschlie\u00dfen von 1921 bis 1927 eine kaufm\u00e4nnische Ausbildung in Handelsschulen und kaufm\u00e4nnischen Kursen in Leoben und Salzburg. Es folgten eine volkswirtschaftliche Ausbildung an der Salzburger Hochschule, der Gewerkschaftsschule K\u00f6nigswinter und Schulungskurse im Ausland.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Erwin Altenburger war fr\u00fch politisch interessiert und engagierte sich bei der Gewerkschaft. Bereits 1923 wurde er Sekret\u00e4r im Landeskartell der christlichen Gewerkschafter Salzburgs, sp\u00e4ter Sekret\u00e4r der Gewerkschaft der christlichen Lederarbeiter, von 1927 bis 1934 war er leitender Sekret\u00e4r des Zentralverbandes der christlichen Textil- und Heimarbeiter und von 1934 bis 1938 Obmann der Gewerkschaft der Textil- und Bekleidungsarbeiter.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Am 12. M\u00e4rz 1938 wurde er verhaftet und in Schutzhaft genommen. Nach seiner baldigen Haftentlassung galt er als &#8220;wehrunw\u00fcrdig\u201c, war in verschiedenen Berufen t\u00e4tig und schloss sich der von Lois Weinberger gegr\u00fcndeten Widerstandsgruppe an.<\/p>\n\n\n\n<p><br>1947 wurde er Bundesminister im Bundeskanzleramt ohne Gesch\u00e4ftsbereich und war 1955 einer der zwei \u201estreitbaren Hauptverhandler\u201c der Gro\u00dfen Koalition f\u00fcr die Sozialgesetze des ASVG. Dennoch galt er als Sachpolitiker mit klarer Verankerung in der Katholischen Soziallehre.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Legend\u00e4r war sein Dialog in der \u00d6VP-Bundesparteileitungssitzung vom Dezember 1952. Julius Raab forderte von allen \u00d6VP- Gewerkschaftsmitgliedern gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Parteidisziplin ein, und er, Raab, werde nicht dulden, dass der \u00d6GB von der Regierung losgel\u00f6ste Politik betreibt. Die Antwort Altenburgers darauf war deutlich:\u201e (\u2026) ich bin \u00fcberhaupt ein Gegner davon, dass im Gewerkschaftsbund parteipolitische Propaganda betrieben wird. Egal von welcher Seite. (\u2026)\u201c. (Zit. Protokoll \u00d6VP-BPL-Sitzung, 12. Dezember 1952; Archiv des Karl von Vogelsang-Instituts) . Aus dieser Einstellung heraus ist auch das gute pers\u00f6nlich Verh\u00e4ltnis Altenburger zum Sozialdemokaten Franz Olah verst\u00e4ndlich.<br><\/p>\n\n\n\n<p>Altenburgers politische Grundausrichtung war die Katholische Soziallehre. Auf seine Initiative hin wurde 1951 die FCG (Fraktion Christlicher Gewerkschafter im \u00d6GB) gegr\u00fcndet, um den von der SP\u00d6 dominierten Gewerkschaftsbund \u00fcberparteilicher zu gestalten. Seine bedeutendste \u2013 und am l\u00e4ngsten ausge\u00fcbte \u2013 Funktion war jene des \u00d6GB-Vizepr\u00e4sidenten von 1948 bis 1975. In diesen fast drei Jahrzehnten und auch als \u00d6AAB-Obmann nahm er ma\u00dfgeblichen Einfluss auf \u00d6sterreichs Sozialpolitik. Gemeinsam mit seinem langj\u00e4hrigen SP-Gegenspieler Anton Benya pr\u00e4gte er die f\u00fcr \u00d6sterreichs wirtschaftliche Entwicklung so entscheidende Sozialpartnerschaft.<br><\/p>\n\n\n\n<p>Altenburger wurden zahlreiche staatliche Auszeichnungen, aber auch Ehrungen aus dem katholischen Vereinswesen zuteil. Am 7. Februar 1984 starb Erwin Altenburger. Er wurde am Neustifter Friedhof in Wien bestattet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erwin Altenburger (1903-1984) Der 1903 in Mautern\/Steiermark geborene Altenburger war einer der prominentesten und aktivsten Christgewerkschafter der Zweiten Republik. 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