{"id":3370,"date":"2022-04-19T08:56:46","date_gmt":"2022-04-19T06:56:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?page_id=3370"},"modified":"2022-04-19T08:56:46","modified_gmt":"2022-04-19T06:56:46","slug":"dr-ludwig-steiner","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?page_id=3370","title":{"rendered":"Dr. Ludwig Steiner"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Staatssekret\u00e4r a.D<\/strong>. <strong><strong>Botschafter Dr. Ludwig Steiner<\/strong><br><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Steiner wurde 1922 als Sohn des B\u00e4ckermeisters und christlichsozialen Gemeinderates, Ludwig Steiner in Innsbruck geboren, wo er auch die Matura an der Handelsakademie absolvierte.<br>Der \u201eAnschluss\u201c 1938 an das Deutsche Reich bedeutete f\u00fcr Ludwig Steiner eine tiefe Z\u00e4sur. Unmittelbar nach dem Abr\u00fcsten vom Reichsarbeitsdienst wurde er zur Wehrmacht eingezogen. 1943 wurde er als Angeh\u00f6riger der 2. Gebirgs-Division an der Eismeerfront vor Murmansk schwer verwundet. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges schloss er sich der Tiroler Widerstandsbewegung um den sp\u00e4teren Au\u00dfenminister Karl Gruber an, die auch an der \u00dcbernahme der Stadt Innsbruck noch vor dem Eintreffen der amerikanischen Armee bei Kriegsende beteiligt war.<br>Ab 1945 studierte Ludwig Steiner Volkswirtschaft an der Universit\u00e4t Innsbruck, und schloss dieses Studium 1947 mit dem Doktorat der Wirtschaftswissenschaften ab. Unmittelbar nach Kriegsende wurde er politisch aktiv und war im Mai 1945 Mitbegr\u00fcnder der \u00d6VP Tirol. Bereits im Fr\u00fchjahr 1945 war er Sekret\u00e4r des damaligen Tiroler Landeshauptmanns Karl Gruber und Mitglied des Provisorischen Tiroler Landtages. Von 1946 bis 1948 war er Sekret\u00e4r des Innsbrucker B\u00fcrgermeisters Anton Melzer.<br>1948 trat er in den diplomatischen Dienst im \u00f6sterreichischen Bundeskanzleramt, Abteilung Ausw\u00e4rtige Angelegenheiten, ein. In weiterer Folge war er von 1949 bis 1951 Botschaftssekret\u00e4r an der \u00f6sterreichischen Botschaft in Paris. Die S\u00fcdtiroler Autonomieverhandlungen bedingten 1952 eine R\u00fcckkehr nach Innsbruck. W\u00e4hrend der Jahre 1953 bis 1958 war Steiner Kabinettchef unter Bundeskanzler Julius Raab.<br>Als pers\u00f6nlicher Sekret\u00e4r von Julius Raab war Ludwig Steiner unmittelbar Zeuge der entscheidenden Verhandlungen in Moskau w\u00e4hrend der Jahre 1954\/55. Seinen legend\u00e4ren Status als \u201eS\u00e4ulenheiliger\u201c der \u00d6sterreichischen Volkspartei verdankte Steiner dem Umstand, enger Zeitzeuge beim Erringen des \u00d6sterreichischen Staatsvertrages gewesen zu sein. Als Staatssekret\u00e4r im Bundesministerium f\u00fcr Ausw\u00e4rtige Angelegenheiten fungierte Ludwig Steiner von 1961 bis 1964. Steiner war Leiter der Botschaft in Sofia (1958\u20131961) und Botschafter \u00d6sterreichs in Zypern und Griechenland (1964\u20131972). Von 1972 bis 1979 bekleidete er den Posten des Politischen Direktors im Bundesministerium f\u00fcr Ausw\u00e4rtige Angelegenheiten.<br>Von 1979 bis 1990 war Ludwig Steiner \u00d6VP-Abgeordneter zum Nationalrat und zugleich au\u00dfenpolitischer Sprecher der \u00d6VP. Ende der 1980er Jahre leitete er die parlamentarischen Untersuchungsaussch\u00fcsse zur Draken-, Lucona- und zur Noricum-Aff\u00e4re.<br>Von 1979 bis 1991 geh\u00f6rte Steiner der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PVE) an und war von 1980 bis 1991 Vorsitzender der Politischen Kommission der PVE. Von 1994 an war er auch Vizepr\u00e4sident des Dokumentationsarchivs des \u00d6sterreichischen Widerstandes. Von 2001 bis 2005 war er Vorsitzender des \u00d6sterreichischen Vers\u00f6hnungsfonds zur Entsch\u00e4digung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter. Er war von 2002 bis 2005 Mitglied des Management Board der Europ\u00e4ischen Beobachtungsstelle f\u00fcr Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.<br>Jahrelang wirkte Steiner dar\u00fcber hinaus als Pr\u00e4sident der Politischen Akademie der \u00d6VP.<br>Er starb im Juni 2015 und wurde am Wiener Zentralfriedhof bestattet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"793\" height=\"944\" src=\"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/ludwig_steiner.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3371\" srcset=\"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/ludwig_steiner.png 793w, http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/ludwig_steiner-252x300.png 252w, http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/ludwig_steiner-768x914.png 768w\" sizes=\"(max-width: 793px) 100vw, 793px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Staatssekret\u00e4r a.D. 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