{"id":3186,"date":"2021-12-13T17:13:53","date_gmt":"2021-12-13T16:13:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?page_id=3186"},"modified":"2021-12-14T15:11:03","modified_gmt":"2021-12-14T14:11:03","slug":"der-unmoeglichste-job-der-welt-die-uno-und-ihre-generalsekretaere-in-der-epoche-des-kalten-krieges","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?page_id=3186","title":{"rendered":"\u201eDer unm\u00f6glichste Job der Welt.\u201c Die UNO und ihre Generalsekret\u00e4re in der Epoche des Kalten Krieges"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">\u201eDer unm\u00f6glichste Job der Welt.\u201c Die UNO und ihre Generalsekret\u00e4re in der Epoche des Kalten Krieges<\/h1>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wolfgang Mueller<\/h3>\n\n\n\n<p>Als am 21. Dezember 1971 der \u00f6sterreichische Botschafter bei der Organisation der Vereinten Nationen (UNO) und ehemalige Au\u00dfenminister Kurt Waldheim an seinem 53. Geburtstag vom UNO-Sicherheitsrat f\u00fcr das Amt des Generalsekret\u00e4rs vorgeschlagen und am folgenden Tag von der Generalversammlung gew\u00e4hlt wurde, konnte die Weltorganisation auf ein spannungsgeladenes Vierteljahrhundert zur\u00fcckblicken.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr Ziel der Wahrung des Weltfriedens war allerdings bedeutend \u00e4lter und hatte seit der Fr\u00fchneuzeit Denker wie Abb\u00e9 Charles de Saint-Pierre und Immanuel Kant zu grandiosen Konzepten f\u00fcr entsprechende Organisationen inspiriert. Der 1815 von Zar Alexander I. angeregten Heiligen Allianz der christlichen Monarchen waren schlie\u00dflich alle Staaten Europas bis auf Gro\u00dfbritannien, den Kirchenstaat und das Osmanische Reich beigetreten. Im 19. Jahrhundert waren internationale Organisationen wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz zur Verwundetenpflege in kriegerischen Konflikten und der St\u00e4ndige Schiedshof im Haag zur friedlichen Beilegung von Streitf\u00e4llen gegr\u00fcndet worden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Katastrophe des Ersten Weltkrieges sollte der auf Anregung des US-Pr\u00e4sidenten Woodrow Wilson am 10. J\u00e4nner 1920 konstituierte V\u00f6lkerbund neue Kriege verhindern, scheiterte aber trotz beeindruckenden Erfolgen an der fehlenden Bereitschaft der Mitgliedstaaten, die zur Verwirklichung der hochgesteckten Ziele erforderlichen Zwangsmittel gegen Aggressoren einzusetzen. Dabei war der V\u00f6lkerbund sogar \u201ekonsequenter\u201c als seine Nachfolgerin, da einerseits Mitglieder an Abstimmungen in sie betreffenden Streitf\u00e4llen nicht teilnehmen durften und andererseits zumindest ein Aggressor tats\u00e4chlich aus dem V\u00f6lkerbund ausgeschlossen wurde. Andere kamen dem aber zuvor, indem sie freiwillig ihre Mitgliedschaft beendeten.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Jahren des Zweiten Weltkrieges fiel es Gro\u00dfbritannien und den USA zu, eine Nachfolgeorganisation f\u00fcr den April 1946 liquidierten V\u00f6lkerbund zu initiieren. Die Prinzipien wurden zum Teil der Atlantik-Charta vom 14. August 1941 entnommen, in der sich die beiden westlichen F\u00fchrungsm\u00e4chte gegen Gewalt und Krieg, gegen territoriale Ver\u00e4nderungen ohne Mitsprache der Bev\u00f6lkerung, f\u00fcr eine freie Wahl der Regierung und f\u00fcr die Freiheit von Furcht und Not ausgesprochen hatten. Der Name der neuen Organisation stammte von jenem B\u00fcndnis, das sich am 1. J\u00e4nner 1942 unter der Bezeichnung \u201eUnited Nations\u201c im Kampf gegen Hitler-Deutschland, Italien und Japan zusammengefunden hatte und dem bis Kriegsende 47 Staaten beitraten, die auch 1945 zusammen mit vier weiteren die Gr\u00fcnderstaaten der UNO bildeten.<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Grundlagen und Gr\u00fcndung der Vereinten Nationen<\/h3>\n\n\n\n<p>Im Zuge der Konferenzen von Dumbarton Oaks im August bis Oktober 1944, von Jalta im J\u00e4nner\/Februar 1945 (wo im Gegensatz zu einem weit verbreiteten Mythos keine Teilung Europas beschlossen wurde, sondern die USA versuchten, eine solche zu verhindern<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a>) und von San Francisco im April bis Juni 1945 war die Charta abgestimmt worden. Das am 26. Juni 1945 unterzeichnete Dokument beinhaltet Ziele, Grunds\u00e4tze, Aufgaben, Verfahrensrichtlinien, einen Plan der Strukturen, Rechte und Pflichten der Weltorganisation bzw. ihrer Mitgliedstaaten.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Ziele werden die Wahrung des Weltfriedens, die F\u00f6rderung zwischenstaatlicher Beziehungen auf der Grundlage von Gleichberechtigung und Selbstbestimmung, internationale Zusammenarbeit zur F\u00f6rderung des sozialen Fortschritts und die internationale Abstimmung von Ma\u00dfnahmen genannt; die f\u00fcr alle Mitglieder verbindlichen Grunds\u00e4tze sind die souver\u00e4ne Gleichheit aller Mitglieder, die Erf\u00fcllung aller Verpflichtungen nach Treu und Glauben; die friedliche Beilegung von internationalen Streitigkeiten; die Unterlassung der Androhung oder Anwendung von Gewalt; und die Verpflichtung zum Beistand bei jeder Ma\u00dfnahme der UNO.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die UNO \u00fcbernahm vom V\u00f6lkerbund die zweiteilige Grundstruktur. Oberstes Entscheidungsgremium zur Aufrechterhaltung des Weltfriedens ist der Sicherheitsrat, bestehend aus f\u00fcnf Gro\u00dfm\u00e4chten als permanenten Mitgliedern, die in Sachfragen, aber nicht in Verfahrensfragen \u00fcber ein Vetorecht verf\u00fcgen. Die Sowjetunion hatte \u00fcberdies darauf bestanden, dass das Vetorecht auch dann gelten solle, wenn das betreffende Sicherheitsratsmitglied Parteienstellung in einem Streitfall hatte,<a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> was den permanenten Mitgliedern quasi sakrosankten Status zukommen lie\u00df. Sie konnten zwar in der Versammlung und im Rat kritisiert werden; da bindende Resolutionen aber nur im Rat beschlossen werden konnten, waren Zwangsma\u00dfnahmen im Allgemeinen nicht zu erwarten. Neben den f\u00fcnf \u201ePermanenten\u201c bestand bzw. besteht der Sicherheitsrat aus sechs bzw. seit Dezember 1963 zehn nichtst\u00e4ndigen Mitgliedern (davon drei aus Afrika, zwei aus Asien, zwei aus Lateinamerika, zwei aus dem \u201eWesten\u201c, d.h. Westeuropa inkl. Kanada, Australien, Neuseeland und Israel, eines aus Osteuropa), wovon jedes Jahr die H\u00e4lfte auf zwei Jahre gew\u00e4hlt wird. Der Sicherheitsrat kann bindende Resolutionen verabschieden und milit\u00e4rische Zwangsma\u00dfnahmen laut Kapitel VII der Charta gegen einen Aggressor anordnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Generalversammlung ist befugt, alle Fragen zu er\u00f6rtern, die ihr ein Mitglied vorlegt und die nicht aktuell vom Sicherheitsrat behandelt werden, und dazu nichtbindende Resolutionen, d.h. Empfehlungen, verabschieden. Im Zuge des Korea-Krieges beschloss die Generalversammlung am 3. November 1950 die Resolution \u201eUniting for Peace\u201c, worin sie sich erm\u00e4chtigte, im Falle einer Blockade des Sicherheitsrates selbst Ma\u00dfnahmen zur Wiederherstellung des Weltfriedens zu er\u00f6rtern.<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Der oberste Beamte der Vereinten Nationen, der Generalsekret\u00e4r, wird von der Generalversammlung auf Empfehlung des Sicherheitsrates gew\u00e4hlt; er unterbreitet dem Sicherheitsrat jede Angelegenheit, welche die Erhaltung des Weltfriedens gef\u00e4hrden k\u00f6nnte, und muss wie das gesamte Personal des Sekretariats laut Artikel 101 ein \u201eH\u00f6chstma\u00df an Leistungsf\u00e4higkeit, fachlicher Eignung und Ehrenhaftigkeit\u201c aufweisen.<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Neben dem Sekretariat, der Generalversammlung und dem Sicherheitsrat geh\u00f6ren ferner der Wirtschafts- und Sozialrat, der Treuhandrat und der Internationale Gerichtshof zu den Hauptorganen der UNO, hinzu kommen zahlreiche Nebenorgane wie etwa das Kinderhilfswerk UNICEF und unabh\u00e4ngige Sonderorganisationen wie zum Beispiel die Weltgesundheitsorganisation WHO.<\/p>\n\n\n\n<p>Die zur Planung und Durchf\u00fchrung milit\u00e4rischer Eins\u00e4tze vorgesehene Milit\u00e4rorganisation f\u00fcr UNO-Streitkr\u00e4fte wurde aufgrund gegens\u00e4tzlicher Interessen der Gro\u00dfm\u00e4chte nie geschaffen, und der von den USA 1946 vorgebrachte Baruch-Plan zur Unterstellung aller Atomwaffen unter die Kontrolle der Vereinten Nationen scheiterte an der Ablehnung durch die UdSSR, die stattdessen eigene Atomwaffen entwickelte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die UNO und ihre Generalsekret\u00e4re in der Zeit des Kalten Krieges<\/h3>\n\n\n\n<p>Zum ersten Generalsekret\u00e4r wurde, nachdem der prominente belgische Au\u00dfenminister und Vorsitzende der UNO-Generalversammlung Paul Spaak und sein kanadischer Kollege Lester Pearson keine sowjetische Unterst\u00fctzung gefunden hatten, am 1. Februar 1946 der vormalige norwegische Au\u00dfenminister Trygve Lie, ein Sozialdemokrat, gew\u00e4hlt. Seine Amtszeit war anfangs dem Aufbau der Weltorganisation und bald der L\u00f6sung aktueller Fragen gewidmet, wie etwa der Herbeif\u00fchrung des Teilungsplanes f\u00fcr Pal\u00e4stina 1947, der von den benachbarten arabischen Staaten aber verworfen und mit einem Krieg zum Zweck der Vernichtung des im Mai 1948 ausgerufenen j\u00fcdischen Staates beantwortet wurde. Die UNO forderte eine sofortige Waffenruhe und war an der Vermittlung des Waffenstillstandes und an dessen \u00dcberwachung beteiligt; die Beendigung kriegerischer Konflikte und die friedenserhaltende Missionen stellen seither eine der wichtigsten Aufgaben der Weltorganisation dar.<\/p>\n\n\n\n<p>Hatten die Gro\u00dfm\u00e4chte in dieser Frage noch an einem Strang gezogen wurde die Weltorganisation bald von mehreren Entwicklungen \u00fcberschattet, die mit dem Kalten Krieg, dem alle Politikbereiche erfassenden ideologischen Systemkonflikt zwischen dem Kommunismus und den westlichen liberalen Demokratien und ihren Verb\u00fcndeten, in Zusammenhang standen. Eines der ersten Anzeichen daf\u00fcr war der rasch zunehmende Missbrauch des Vetos: so blockierte die UdSSR die Aufnahme prowestlicher Staaten in die UNO,<a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> um so das Stimmgewicht in der Organisation zu beeinflussen. Die westlichen Staaten hielten hingegen an der Vertretung Chinas durch die dessen Nationalregierung fest, auch nachdem diese 1949 von den Kommunisten in einem jahrelangen B\u00fcrgerkrieg vom Festland auf die Insel Taiwan vertrieben worden war, worauf die stalinistische Sowjetunion mit einem Boykott des Sicherheitsrates antwortete, um so die Aufnahme der Volksrepublik China zu erzwingen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Eskalation gelangten die Spannungen anl\u00e4sslich des von Stalin und der kommunistischen Volksrepublik China unterst\u00fctzten \u00dcberfalls des kommunistischen Nordkoreas unter Kim Il-Sung auf das prowestliche S\u00fcdkorea im Juni 1950. Aufgrund des sowjetischen Boykotts vom Veto befreit, konnten die Vereinten Nationen rasch die n\u00f6tigen Resolutionen zur Verurteilung der Aggression und zur Entsendung der ersten friedenserzwingenden Mission verabschieden. Den von den USA angef\u00fchrten UNO-Truppen im Gesamtumfang von bis zu einer Million Menschen aus 23 Staaten gelang es in schweren K\u00e4mpfen, die zahlenm\u00e4\u00dfig \u00fcberlegene kommunistische Invasion zu stoppen. Nach dem Tode Stalins 1953 konnte ein Waffenstillstand geschlossen werden, der im Wesentlichen den territorialen Status quo ante wiederherstellte. Lie, der am 1. November 1950 von der Generalversammlung mit \u00fcberw\u00e4ltigender Mehrheit um drei Jahre verl\u00e4ngert worden war, wurde aber von der Sowjetunion f\u00fcr seine tatkr\u00e4ftige Rolle bei der Verurteilung und Bek\u00e4mpfung der Aggression boykottiert und zum R\u00fccktritt am 10. November 1952 veranlasst. Seinen Nachfolger begr\u00fc\u00dfte er mit Gl\u00fcckw\u00fcnschen f\u00fcr den \u201eunm\u00f6glichsten Job der Welt\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Dag Hammarskj\u00f6ld, Sohn eines Ministerpr\u00e4sidenten Schwedens und parteiloser Staatssekret\u00e4r in mehreren sozialdemokratischen Regierungen, wurde am 7. April 1953 gew\u00e4hlt, nachdem Pearson, der sp\u00e4ter wie auch der Generalsekret\u00e4r den Friedensnobelpreis erhielt, abermals blockiert worden war. Hammarskj\u00f6ld erwies sich als gl\u00e4nzender Diplomat, der in heiklen Situationen brillant formulierte und L\u00f6sungen pr\u00e4zise vorbereitete. Dies kam ihm bei den zahlreichen internationalen Konflikten seiner Amtszeit zupass, die teils Resultate sowjetischer Politik waren wie die Niederschlagung des Ungarnaufstandes 1956 und die zweite Berlinkrise 1958\u201361 samt Errichtung der Berliner Mauer, teils aus der Entkolonisierung hervorgingen. War es bei ersteren nur m\u00f6glich, vermittelnd oder humanit\u00e4r zu wirken,<a href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> entsandte die UNO in den Nahen Osten und in den Kongo gro\u00dfe friedenserhaltende Feldmissionen wie die UN Emergency Force (UNEF) von 6.000 Soldaten, die 1956\u201367 an der Waffenstillstandslinie des Sues-Krieges zwischen \u00c4gypten, den Pal\u00e4stinensergebieten und Israel auf der Sinai-Halbinsel und im Gasa-Streifen stationiert wurde, um ein Wiederaufflammen der K\u00e4mpfe zu verhindern, und die Op\u00e9ration des Nations Unies au Congo (ONUC) mit bis zu 20.000 \u201eBlauhelmen\u201c zur Wiederherstellung der Sicherheit im von gewaltsamen Unruhen und Sezessionskonflikten ersch\u00fctterten Kongo 1960\u201364. Hatten die USA beim UN-Kampfeinsatz in Korea die Hauptlast getragen, so beteiligten sich bei Friedenseins\u00e4tzen in weiterer Folge vor allem mittlere und sogar kleinere Staaten wie auch \u00d6sterreich.<a href=\"#_ftn8\">[8]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Wie bereits Lie wurde allerdings auch der 1958 einstimmig wiedergew\u00e4hlte Hammarskj\u00f6ld f\u00fcr seinen Einsatz f\u00fcr den Frieden nicht allseits gesch\u00e4tzt, sondern mancherorts angefeindet. Der sowjetische KP-Chef Nikita Chruschtschow, der mit dem Verhalten der UNO in der Kongo-Krise unzufrieden war, erkl\u00e4rte: \u201eIch spucke auf die UNO \u2026 Der Nichtsnutz Ham[marskj\u00f6ld] steckt seine Nase in Sachen, die ihn nichts angehen \u2026 Wir werden ihm einheizen.\u201c<a href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> Der sowjetische Vorschlag, den Generalsekret\u00e4r durch eine Troika&nbsp; aus je einem Vertreter eines westlichen, eines kommunistischen und eines neutralen Landes zu ersetzen (was das Generalsekretariat \u00e4hnlich blockiert h\u00e4tte wie den Sicherheitsrat), scheiterte aber. Auch im Kongo selbst wurde Hammarskj\u00f6lds Einsatz nicht allseits willkommen gehei\u00dfen und der Generalsekret\u00e4r kam im Zuge eines vermutlich von Rebellen gewaltsam herbeigef\u00fchrten Flugzeugabsturzes ums Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Seinem Nachfolger, dem burmesischen Botschafter bei der UNO Sithu U Thant, der am 3. November 1961 einstimmig gew\u00e4hlt wurde, kam es zu, st\u00e4rker im Hintergrund zu wirken. In seine Amtszeit fielen Vermittlungsversuche in der Kuba-Krise im Oktober 1962, im Krieg zwischen dem kommunistischen Nordvietnam, das von der UdSSR und der Volksrepublik China unterst\u00fctzt wurde, und dem prowestlichen S\u00fcdvietnam, an dessen Seite die USA in den Krieg eintraten, sowie die Entsendung der UN Peacekeeping Force in Cyprus (UNFICYP) auf die von Unruhen zwischen der griechischen und der t\u00fcrkischen Volksgruppe ersch\u00fctterte Insel 1964. Gleichzeitig verschoben sich das Stimmgewicht und die Interessenlage innerhalb der Generalversammlung durch die Aufnahme zahlreicher ehemaliger Kolonien, die eigene, auf die Entwicklung abzielende Interessen in die UNO einbrachten, wie sich in der 1964 als st\u00e4ndiges Organ der Generalversammlung begr\u00fcndeten UN Conference on Trade and Development (UNCTAD) zeigte. Eine zweite tektonische Machtverschiebung in U Thants Amtszeit war die Aufnahme der Volksrepublik China als Mitglied der UNO und des Sicherheitsrates, bei gleichzeitiger Entfernung der Republik China (Taiwan) durch die Generalversammlung am 25. Oktober 1971. Kritiker dieser Entscheidung weisen darauf hin, dass es sich dabei faktisch um einen Ausschluss eines de facto souver\u00e4nen Staates handelte, wozu die UNO lediglich im Falle einer groben Verletzung der Charta befugt sind, der allerdings von Seiten Taiwans nicht vorlag. Peking versuchte jedenfalls, U Thant zu einer dritten Amtszeit zu \u00fcberreden, was er aber ablehnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Kampf um seine Nachfolge setzte sich gegen den in Abstimmung f\u00fchrenden, aber durch ein Veto blockierten Argentinier Carlos Ort\u00edz de Rojas schlie\u00dflich Kurt Waldheim durch, der 1964\u201368 und 1970\u201371 als Botschafter und dazwischen parteiloser Au\u00dfenminister in der konservativen Regierung Josef Klaus gewirkt hatte und mit dem erkl\u00e4rten Ziel nach New York gekommen war, Generalsekret\u00e4r zu werden. Peking hatte auf Waldheims Kandidatur anfangs zur\u00fcckhaltend reagiert, da bereits zwei Europ\u00e4er an der Spitze der UNO gestanden waren. Der \u00d6sterreicher \u201egalt als geschickter Berufsdiplomat, als Schw\u00e4che vermerkten seine Kritiker unter den UN-Insidern sein Bed\u00fcrfnis, eine herausragende pers\u00f6nliche Rolle bei Verhandlungen zu spielen\u201c.<a href=\"#_ftn10\">[10]<\/a> Tats\u00e4chlich war er bisher durch den Versuch, die Friedensverhandlungen f\u00fcr Vietnam nach Wien zu bekommen,<a href=\"#_ftn11\">[11]<\/a> und ansonsten als eher entgegenkommend gegen\u00fcber der Sowjetunion aufgefallen,<a href=\"#_ftn12\">[12]<\/a> beispielsweise als er sich anl\u00e4sslich des sowjetischen Einmarsches in der Tschechoslowakei 1968 gegen einen Grenzsicherungseinsatz des Bundesheeres aussprach.<\/p>\n\n\n\n<p>Seine Erwartungen schilderte Waldheim r\u00fcckblickend: \u201eGefeit davor, mich in unerf\u00fcllbaren Illusionen zu wiegen, war ich aber auch nicht bereit, in das andere Extrem zu verfallen und mein Amt in innerer Resignation, mit Zynismus oder falschem Pathos zu erf\u00fcllen\u2026 So sehr die UNO bisweilen einem Chaos widerspr\u00fcchlichster Interessen gleichen mochte \u2013 sie hatte \u00fcber die Zeit hinweg doch auch ein St\u00fcck Gemeinschaftsgeist entwickelt, eine Art von kollektivem Bewu\u00dftsein. Ihre Dynamik und ihre F\u00e4higkeit zur Konfliktl\u00f6sung hing in einem gewissen Ausma\u00df auch vom Einfallsreichtum des Generalsekret\u00e4rs und seiner Mitarbeiter ab. Sie konnten politische Prozesse kanalisieren, konnten Konfrontationen verhindern und f\u00fcr manch umstrittene Frage auch Kompromi\u00dfl\u00f6sungen bereiten, die letztlich selbst bei schwierigsten Problemen noch gemeinsame Beschl\u00fcsse erm\u00f6glichten.\u201c<a href=\"#_ftn13\">[13]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Amtszeit der 1976 wiedergew\u00e4hlten vierten Generalsekret\u00e4rs war von zahlreichen Krisen durchwachsen: Zwischenerfolge in der Zypernkrise wurden vom griechisch-zypriotischen Putsch und von der t\u00fcrkischen Invasion im Juli 1974 zunichte gemacht; auf den Jom-Kippur-Krieg arabischer Staaten gegen Israel 1973 folgte die Stationierung der UN Disengagement Observer Force (UNDOF) mit \u00f6sterreichischer Beteiligung auf den Golan-H\u00f6hen an der Waffenstillstandslinie zwischen Israel und Syrien. Vermittlungsversuche im Westsahara-Problem, in Afghanistan und im irakisch-iranischen Golf-Krieg blieben erfolglos. Als Erfolge waren die Befreiung von Geiseln aus Algerien 1977, der Einsatz f\u00fcr die Menschenrechte, f\u00fcr politische Gefangene in Chile, vietnamesische Boatpeople und Fl\u00fcchtlinge aus Kambodscha zu vermerken.<a href=\"#_ftn14\">[14]<\/a> Die \u00dcbereinstimmung mit \u00d6sterreichs Bundeskanzler Bruno Kreisky war laut Einsch\u00e4tzung des Historikers Manfried Rauchensteiner sehr weitgehend, wie sich etwa bei der Errichtung der von der Regierung Klaus beschlossenen Wiener UNO-City 1973\u201379,<a href=\"#_ftn15\">[15]<\/a> aber auch in Bezug auf das Nahost-Problem zeigte, als die an zahlreichen Terroranschl\u00e4gen beteiligte Pal\u00e4stinensische Befreiungsorganisation (PLO) 1974 zum Entsetzen Israels und westlicher Staaten den Beobachterstatus bei der UNO erhielt.<a href=\"#_ftn16\">[16]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Eine zweite Wiederwahl Waldheims, dem als ehemaligem deutschen Subalternoffizier im Zweiten Weltkrieg wiederholt die Mitwisserschaft von Verbrechen an der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung Griechenlands vorgeworfen wurde, wurde dennoch erwogen, scheiterte aber wohl vor allem an dem Wunsch, wieder einen Nichteurop\u00e4er ans Steuer zu lassen. Die Wahl 1981 fiel in der 17. Abstimmung auf den aus Peru stammenden langj\u00e4hrigen Untergeneralsekret\u00e4r der Vereinten Nationen, Javier P\u00e9rez de Cu\u00e9llar, der als Vermittler in Zypern und Afghanistan Verdienste erworben hatte und 1986 im Amt best\u00e4tigt wurde. Neuerlich zogen Zypern und die Westsahara die Aufmerksamkeit auf sich, sodann der argentinisch-britische Falkland-Krieg und die Unabh\u00e4ngigkeit Namibias.<\/p>\n\n\n\n<p>Weltpolitisch entscheidender war allerdings, dass durch einen tiefgreifenden Politikwandel in der Sowjetunion unter Michail Gorbatschow ab 1986, die \u201ePerestrojka\u201c und das \u201eNeue Denken\u201c, der Kalte Krieg beendet werden konnte. In Zusammenarbeit mit den USA unter Ronald Reagan wurden ferner ganze Waffengattungen wie die nuklearen Mittelstreckenraketen abger\u00fcstet. Zwar steckte die UNO in einer organisatorischen Krise, doch die USA, die traditionell circa ein Viertel des gesamten Budgets finanziert hatten, und die Sowjetunion sagten zu, zur\u00fcckgehaltene Beitr\u00e4ge zu zahlen. Viel wichtiger war aber: Das Ende der Vetopolitik und der Irak-Krieg 1990 zur Befreiung Kuwaits von irakischer Annexion lie\u00dfen die Hoffnung aufkeimen, dass die Vereinten Nationen endlich ihrer Bestimmung gerecht werden und ein unparteiisches Gremium zur Sicherung des Weltfriedens und zur Bestrafung von Friedensbrechern sein k\u00f6nnten. Den Bedarf nach einer solchen Organisation bewies nicht zuletzt die sprunghafte Zunahme massiver Menschenrechtsverletzungen, ethnischer und religi\u00f6ser Gewalt, von B\u00fcrgerkriegen, failed states und humanit\u00e4ren Katastrophen in den 1990er Jahren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ausblick und Zusammenfassung<\/h3>\n\n\n\n<p>Auch heute ist der Bedarf nach einer solchen Organisation ungebrochen. Das Wachstum der UNO zeigt, dass die Organisation neue Fragestellungen aufgreift. Hingegen sind die obersten Entscheidungsstrukturen im Zustand von 1945 eingefroren, da wohl kein permanentes Mitglied des Sicherheitsrates auf seinen Status verzichten und andererseits jeder bei der Schaffung neuer permanenter Sitze stets die Auswirkungen auf das Machtgef\u00fcge ber\u00fccksichtigen wird. So forderten Japan und das wiedervereinigte Deutschland, die nach den USA und China den dritt- und viertgr\u00f6\u00dften Anteil der UNO-Kosten tragen, seit den 1990er Jahren mehr Mitsprache. \u00c4hnliche Anspr\u00fcche wurden und werden mit Bezug auf s\u00fcdliche Schwergewichte wie Indien oder Brasilien formuliert. Unter den permanenten Sicherheitsratsmitgliedern sind Gro\u00dfbritannien und Frankreich zwar Atom-, aber l\u00e4ngst keine Weltm\u00e4chte mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Vereinten Nationen sind weiterhin ein globales vielf\u00e4ltiges Forum zur Verhandlung f\u00fcr Interessen. Sie sind nicht unfehlbar und ihre Beschl\u00fcsse repr\u00e4sentieren nicht mehr und nicht weniger als die Meinung einer Mehrheit der Mitglieder des Sicherheitsrates oder der Generalversammlung. Dabei hat sich oft die richtige Entscheidung durchgesetzt, oft wurde diese aber auch durch ein Veto verhindert oder hat die Mehrheit falsche Beschl\u00fcsse gefasst. Vetos wurden von der Sowjetunion seit 1946 eingelegt; von Gro\u00dfbritannien und Frankreich im Sues-Krieg 1956, von den USA in den ersten 25 Jahren der UNO nicht;<a href=\"#_ftn17\">[17]<\/a> danach dienten sie u.a. dazu, Verurteilungen Israels durch die Mehrheit arabischer Staaten zu verhindern.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGerichtssaal der Welt\u00f6ffentlichkeit\u201c hat der US-Botschafter Adlai Stevenson die UNO genannt, als er w\u00e4hrend der Kuba-Krise seinen sowjetischen Kontrahenten Walerian A. Sorin ins Verh\u00f6r nahm.<a href=\"#_ftn18\">[18]<\/a> Das \u201eGericht\u201c kann allerdings nur im seltensten Falle Strafen verh\u00e4ngen und so dem Recht zum Durchbruch verhelfen. Die von Wilson und Roosevelt vorgesehene Organisation zur Isolation, Abwehr und Bestrafung von Aggressorstaaten hat diese Aufgaben nur in Ausnahmef\u00e4llen wie im Korea-Krieg oder im Kuwait-Krieg erf\u00fcllt. Hatte der V\u00f6lkerbund die Sowjetunion infolge ihres Winterkrieges gegen Finnland ausgeschlossen, so tat dies die UNO nur in Bezug auf Taiwan und das ohne rechtliche Grundlage. Diese zum Teil auf das Vetorecht in eigenen Streitf\u00e4llen, zum Teil aber auf Mehrheitsentscheidungen zur\u00fcckzuf\u00fchrende Prinzipienschw\u00e4che der Vereinten Nationen mag durchaus zu ihrer Langlebigkeit beigetragen haben, blieben doch Aggressionen \u2013 unter anderem von Seiten permanenter Mitglieder des Sicherheitsrates \u2013 je nach Mehrheits- und Interessenlage in Generalversammlung und Sicherheitsrat unbeachtet bzw. unges\u00fchnt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch erkannte bereits US-Pr\u00e4sident Dwight D. Eisenhower: \u201eBei allen Fehlern, bei allem Versagen, die wir den Vereinten Nationen vorwerfen k\u00f6nnen, ist sie immer noch die am besten organisierte Hoffnung der Menschheit, das Schlachtfeld durch den Konferenztisch zu ersetzen.\u201c<a href=\"#_ftn19\">[19]<\/a> So erlaubt beispielsweise die Vermittlung der Vereinten Nationen Konfliktparteien, gesichtswahrend Vorschl\u00e4ge anzunehmen, die sie ansonsten ablehnen w\u00fcrden. Wenn aber nur eine einzige Konfliktpartei an einer friedlichen L\u00f6sung nicht interessiert ist, bleibt die Vermittlung zum Scheitern verurteilt. Die Bilanz der Weltorganisation ist somit gemischt. Dennoch besteht Konsens, dass es besser sei, sie zu haben, als ohne sie auskommen zu m\u00fcssen. Oder wie einer der Vordenker der Atlantik-Charta, der britische Ministerpr\u00e4sident Winston S. Churchill, es mit der ihm eigenen Formulierungsgabe ausdr\u00fcckte: &nbsp;\u201eThe UN was set up not to get us to Heaven, but only to save us from Hell.\u201c<a href=\"#_ftn20\">[20]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Literatur<\/h3>\n\n\n\n<p>Ilya V. Gaiduk, <em>Divided Together: The United States and the Soviet Union in the United Nations, 1945\u20131965, <\/em>Stanford: University Press 2012.<\/p>\n\n\n\n<p><a>Maximilian Graf\/Wolfgang Mueller, An Austrian Mediation in Vietnam? The Superpowers, Neutrality, and Kurt Waldheim\u2019s Good Offices, in <\/a>N<em>eutrality and Neutralism in the Global Cold War: Between or Within the Blocs, <\/em>ed. Sandra Bott\/Jussi Hanhimaki\/Janick Schaufelbuehl\/Marco Wyss, &nbsp;London: Routledge, 2016, 127-143.<\/p>\n\n\n\n<p><a>Georg Kastner, <em>Ungarn 1956 vor der UNO, <\/em>Innsbruck: Studienverlag 2010.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Paul Kennedy, <em>Parlament der Menschheit: Die Vereinten Nationen und der Weg zur Weltregierung<\/em>, M\u00fcnchen: C.H. Beck 2007.<\/p>\n\n\n\n<p>Wolfgang Mueller, <em>A Good Example of Peaceful Coexistence? <\/em><em>The Soviet Union, Austria, and Neutrality, 1955\u20131991, <\/em>Wien: Verlag der \u00d6sterreichischen Akademie der Wissenschaften 2011.<\/p>\n\n\n\n<p>Serhii Plokhy, <em>Yalta: The Price of Peace, <\/em>London: Penguin 2011.<\/p>\n\n\n\n<p>Manfried Rauchensteiner, <em>Unter Beobachtung: \u00d6sterreich seit 1918, <\/em>Wien: B\u00f6hlau 2017.<\/p>\n\n\n\n<p>Erwin Schmidl, <em>Blaue Helme, Rotes Kreuz: Das \u00f6sterreichische UN-Sanit\u00e4tskontingent im Kongo, 1960 bis 1963<\/em>, Innsbruck: Studienverlag 2013.<\/p>\n\n\n\n<p>Erwin Schmidl, Wien als internationales Zentrum, in <em>Wien: Die Metamorphose einer Stadt<\/em>, Geschichte der \u00f6sterreichischen Bundesl\u00e4nder seit 1945, Band 6\/9, ed. Michael Dippelreiter, Wien: B\u00f6hlau 2013, 703-730.<\/p>\n\n\n\n<p>Helmut Volger, &nbsp;<em>Geschichte der Vereinten Nationen, <\/em>2. Aufl., M\u00fcnchen: Oldenbourg 2008.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurt Waldheim, <em>Im Glaspalast der Weltpolitik, <\/em>D\u00fcsseldorf: Econ 1985.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Von den 26 Unterzeichnern der Deklaration der Vereinten Nationen (1942) und 21 beigetretenen Staaten nahm Polen nicht an der Unterzeichnung der Charta der Vereinten Nationen (1945) teil und unterzeichnete diese als 51. Staat zwei Monate sp\u00e4ter. Daf\u00fcr nahmen an der Unterzeichnung der Charta D\u00e4nemark, Argentinien, Belarus und die Ukraine teil, welche die Deklaration nicht unterzeichnet hatten. Die 51 Gr\u00fcnderstaaten sind: \u00c4gypten, Argentinien, \u00c4thiopien, Australien, Belarus, Belgien, Bolivien, Brasilien, Chile, China, Costa Rica, D\u00e4nemark, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Frankreich, Griechenland, Guatemala, Haiti, Honduras, Indien, Irak, Iran, Jugoslawien, Kanada, Kolumbien, Kuba, Libanon, Liberia, Luxemburg, Mexiko, Neuseeland, Nicaragua, Niederlande, Norwegen, Panama, Paraguay, Peru, Philippinen, (Polen), Saudi-Arabien, S\u00fcdafrika, Syrien, Tschechoslowakei, T\u00fcrkei, Ukraine, die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, Uruguay, Venezuela, das Vereinigte K\u00f6nigreich von Gro\u00dfbritannien und Nordirland, die Vereinigten Staaten von Amerika. Die UNO-Mitgliedschaft der beiden faktisch nicht souver\u00e4nen Sowjetrepubliken Belarus und Ukraine war ein Zugest\u00e4ndnis an die UdSSR, welche die Mitgliedschaft ihrer damals 16 Teilrepubliken gefordert hatte.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Serhii Plokhy, <em>Yalta: The Price of Peace, <\/em>London: Penguin 2011, S. 400.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Ilya V. Gaiduk, <em>Divided Together: The United States and the Soviet Union in the United Nations, 1945\u20131965, <\/em>Stanford: University Press 2012, S. 26.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Paul Kennedy, <em>Parlament der Menschheit: Die Vereinten Nationen und der Weg zur Weltregierung<\/em>, M\u00fcnchen: C.H. Beck 2007, S. 75.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> United Nations, <em>United Nations Charter (full text), <\/em>26 June 1945, https:\/\/www.un.org\/en\/about-us\/un-charter\/full-text.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Gaiduk, <em>Divided Together, <\/em>S. 92.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Georg Kastner, <em>Ungarn 1956 vor der UNO, <\/em>Innsbruck: Studienverlag 2010. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Erwin Schmidl, <em>Blaue Helme, Rotes Kreuz: Das \u00f6sterreichische UN-Sanit\u00e4tskontingent im Kongo, 1960 bis 1963<\/em>, Innsbruck: Studienverlag 2013.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Gaiduk, <em>Divided Together, <\/em>S. 257.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Helmut Volger,&nbsp; <em>Geschichte der Vereinten Nationen, <\/em>2. Aufl., M\u00fcnchen: Oldenbourg 2008, S. 143.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> Maximilian Graf\/Wolfgang Mueller, An Austrian Mediation in Vietnam? The Superpowers, Neutrality, and Kurt Waldheim\u2019s Good Offices, in N<em>eutrality and Neutralism in the Global Cold War: Between or Within the Blocs, <\/em>ed. Sandra Bott\/Jussi Hanhimaki\/Janick Schaufelbuehl\/Marco Wyss,&nbsp; London: Routledge, 2016, 127-143.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> Wolfgang Mueller, <em>A Good Example of Peaceful Coexistence? <\/em><em>The Soviet Union, Austria, and Neutrality, 1955\u20131991, <\/em>Wien: Verlag der \u00d6sterreichischen Akademie der Wissenschaften 2011, S. 168.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a> Kurt Waldheim, <em>Im Glaspalast der Weltpolitik, <\/em>D\u00fcsseldorf: Econ 1985, <em>&nbsp;<\/em>S. 74f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref14\">[14]<\/a> Volger, <em>Geschichte der Vereinten Nationen, <\/em>S. 148, 158.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref15\">[15]<\/a> Erwin Schmidl, Wien als internationales Zentrum, in <em>Wien: Die Metamorphose einer Stadt<\/em>, Geschichte der \u00f6sterreichischen Bundesl\u00e4nder seit 1945, Band 6\/9, ed. Michael Dippelreiter, Wien: B\u00f6hlau 2013, 703-730.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref16\">[16]<\/a> Manfried Rauchensteiner, <em>Unter Beobachtung: \u00d6sterreich seit 1918, <\/em>Wien: B\u00f6hlau 2017, S. 397, 406<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref17\">[17]<\/a> Kennedy, <em>Parlament<\/em>, S. 74.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref18\">[18]<\/a> Gaiduk, <em>Divided Together, <\/em>S. 282. Die ber\u00fchmt gewordene Frage Stevensons lautete: \u201eLeugnen Sie, dass die Sowjetunion Atomraketen auf Kuba stationiert hat \u2013 ja oder nein? Warten Sie nicht auf die \u00dcbersetzung! Ja oder nein?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref19\">[19]<\/a> Kennedy, <em>Parlament<\/em>, S. 68.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref20\">[20]<\/a> Gaiduk, <em>Divided Together, <\/em>S. 300.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDer unm\u00f6glichste Job der Welt.\u201c Die UNO und ihre Generalsekret\u00e4re in der Epoche des Kalten Krieges Wolfgang Mueller Als am 21. 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