{"id":2933,"date":"2021-02-23T18:34:16","date_gmt":"2021-02-23T17:34:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?page_id=2933"},"modified":"2021-02-23T18:38:20","modified_gmt":"2021-02-23T17:38:20","slug":"2933-2","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?page_id=2933","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Protokolle des Bundesausschusses des Nieder\u00f6sterreichischen Bauernbundes (1912\u20131933<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Umfang: 1 Protokollbuch zu 240 Seiten (Digitalisate)<\/p>\n\n\n\n<p>Zeitraum: 1912 bis 1933<\/p>\n\n\n\n<p>Provenienz: N\u00d6 Bauernbund<\/p>\n\n\n\n<p>Abgebende Stelle: N\u00d6 Bauernbund, Ferstlergasse 4, 3100 St. P\u00f6lten (Original befindet sich weiterhin vor Ort)<\/p>\n\n\n\n<p>Kurzbeschreibung: Personalsachen, Verwaltung, Statuten, Verm\u00f6gen, Mitgliederangelegenheiten, Bauernb\u00fcndler, Pressef\u00f6rderung, Standespolitik, Wirtschaft, Christlichsoziale Partei<\/p>\n\n\n\n<p>Verwaltungsgeschichte\/biographische Angaben:<\/p>\n\n\n\n<p>Der Nieder\u00f6sterreichische Bauernbund (N\u00d6BB) war die wichtigste Standesvertretung der nieder\u00f6sterreichischen Bauernschaft und ein politischer Verein. Er pr\u00e4gte die Geschichte Nieder\u00f6sterreichs im 20. Jahrhundert wie keine andere politische Kraft im Land. Gegr\u00fcndet 1906 stieg der N\u00d6BB bald nach dem Tod des Wiener B\u00fcrgermeisters Karl Lueger 1910 zum politischen Machtzentrum in Nieder\u00f6sterreich auf. Parallel dazu errang die Bauernvertretung auch in der Christlichsozialen Partei bestimmenden Einfluss. Der Triumph der Sozialdemokratie in Nieder\u00f6sterreich nach den ersten voll demokratischen Wahlen 1919 war nur von kurzer Dauer. Die Trennung von Wien stellte die alten Machtverh\u00e4ltnisse wieder her; auf dem flachen Land war der N\u00d6BB ohnehin unangefochten geblieben. Von 1920 bis zum \u201eAnschluss\u201c 1938 stellte der N\u00d6BB in Nieder\u00f6sterreich immer den Landeshauptmann.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Entwicklung der Mitgliederzahlen unterstrich den Bedeutungszuwachs des N\u00d6BB. Z\u00e4hlte er bei seiner Gr\u00fcndung 1906 noch etwa 36.000 Mitglieder, konnte er diesen Wert bis 1914 verdoppeln. Am Beginn der Ersten Republik, vor dem Hintergrund linker R\u00e4teregime in Bayern und Ungarn sowie im Eindruck von kommunistischen Putschversuchen in Wien, erreichte der N\u00d6BB mit etwa 115.000 Mitgliedern seinen H\u00f6chststand.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bundesausschuss, von dem die vorliegenden Protokolle stammen, war mit dem Bundesvorstand das ma\u00dfgebliche Gremium im N\u00d6BB. Seine Mitglieder waren auf allen politischen Ebenen vertreten und spielten im weit verzweigten landwirtschaftlichen Genossenschaftswesen eine f\u00fchrende Rolle. An den Sitzungen 1912 nahmen neben Obmann Josef St\u00f6ckler zumeist ein Obmannstellvertreter, Kanzleidirektor Alois Kleebinder als Schriftf\u00fchrer sowie zwischen f\u00fcnf und sieben Bundesaussch\u00fcsse teil. Bei der vierten Sitzung am 26. April 1912 waren dies zum Beispiel: Karl Fisslthaler, der Stadtpfarrer von P\u00f6chlarn Matth\u00e4us Bauchinger, Karl Jukel, Josef Zwetzbacher, Alois Lechner, Josef Eisenhut und Leopold Diwald. Bis auf Zwetzbacher sa\u00dfen 1912 s\u00e4mtliche Bundesaussch\u00fcsse im Reichsrat, ausnahmslos alle waren Mandatare des N\u00d6 Landtags und die meisten waren als B\u00fcrgermeister, Gemeinder\u00e4te und\/oder Ortsschulr\u00e4te auch in der Kommunalpolitik t\u00e4tig.<\/p>\n\n\n\n<p>Bestandsgeschichte: Das Protokollbuch wurde dem KvVI 2020 zur Digitalisierung \u00fcberlassen, das Original danach wieder r\u00fcckgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eingrenzung und Inhalt:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Protokolle des Bundesausschusses des N\u00d6BB erstrecken sich \u00fcber einen Zeitraum von 21 Jahren. Sie reichen vom 8. Februar 1912 bis zur \u00dcbergabe der Kanzleidirektion von Josef Sturm an Leopold Figl im Dezember 1933. Weitere Protokolle sind nicht erhalten. Das Protokollbuch umfasst 240 Seiten. Die erste H\u00e4lfte des Buches ist nur rechtsseitig beschrieben, danach stets doppelseitig, wobei zunehmend Zeitungsausschnitte aus dem \u201eBauernb\u00fcndler\u201c die handschriftlichen Eintr\u00e4ge erg\u00e4nzen und teils auch ersetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Protokolle sind nicht ganz einfach zu lesen. Sie sind \u00fcberwiegend in Kurrentschrift abgefasst und zwischen einer Seite und drei Seiten lang. Als Protokollant fungierte zumeist der Kanzleidirektor, sp\u00e4ter Bauernbunddirektor genannt. Es waren dies Alois Kleebinder (bis 1918), vor allem aber der Priester Josef Sturm (1918-1933); das letzte Protokoll stammt vom sp\u00e4teren Bundeskanzler Leopold Figl, der von 1933 bis 1938 als Bauernbunddirektor agiert hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den Eintr\u00e4gen handelt es sich durchwegs um Beschlussprotokolle. Vermerkt sind Datum, Ort und Teilnehmer der Sitzung; Diskussionen und Wechselreden sind nicht wiedergegeben. Mitunter wird aber eigens vermerkt, dass es solche gegeben hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Der inhaltliche Schwerpunkt der Protokolle liegt auf internen Angelegenheiten des Bauernbundes. Es geht um Fragen des Personals (Anstellung, Entlohnung), um Statuten\u00e4nderungen und Gesch\u00e4ftsordnungen, um die Entsendung von Vertretern in diverse Gremien, um Finanz- und Verm\u00f6gensfragen des N\u00d6BB und immer wieder um Angelegenheiten der Verbandspresse, also um die Zeitung \u201eDer Bauernb\u00fcndler\u201c, um den \u201eBauernkalender\u201c sowie um die verbandseigene Druckerei. Aktivit\u00e4ten der Mitgliederwerbung finden ebenso Erw\u00e4hnung wie Fragen des Mitgliedsbeitrages und des Kassastandes. Mitunter sind auch Mitgliedszahlen vermerkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Fragen des politischen Kurses des N\u00d6BB werden in den Protokollen zwar angesprochen, aber nur selten ausf\u00fchrlicher referiert. Diese Aufgabe erf\u00fcllt zumeist die Verbandszeitung \u201eDer Bauernb\u00fcndler\u201c, aus der immer wieder Ausschnitte eingeklebt sind. Auf diese einander erg\u00e4nzende Weise ist etwa auch der Beitritt des N\u00d6BB zur Heimwehr im August 1929 dokumentiert. Dass die interne Debatte \u00fcber die \u201eHeimwehrfrage\u201c noch l\u00e4nger andauerte, erf\u00e4hrt man aber nur aus den Protokollen. Aufschlussreich sind ferner die bisweilen mit genauen Betr\u00e4gen angegebenen finanziellen Unterst\u00fctzungsleistungen f\u00fcr ideologisch nahestehende Presseorgane, etwa vor Wahlen. Vereinzelt geben die Protokolle auch \u00fcber das Verh\u00e4ltnis des N\u00d6BB zur Christlichsozialen Partei Auskunft. Detailliertere Eintr\u00e4ge, wie etwa jener nach dem Pfrimer-Putsch 1931, als die \u201elendenlahme Stellung\u201c der Bundesparteileitung \u201egegen\u00fcber den Ausw\u00fcchsen des Heimatblockes\u201c kritisiert wird, sind die Ausnahme.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach 1918, mit der \u00dcbernahme der Kanzleidirektion durch Josef Sturm, der politische Informationsgehalt der Protokolle vor\u00fcbergehend etwas dichter. Ab 1932 erfolgt die Protokollierung immer kursorischer, die eingeklebten Ausschnitte aus dem \u201eBauernb\u00fcndler\u201c nehmen zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Generell liegt der besondere Quellenwert der Protokolle nicht allein in deren Qualit\u00e4t als narrative Quellen, sondern vielfach auch in deren Verweischarakter auf Problemlagen und Themenbereiche, die mithilfe weiterer Unterlagen bearbeitet werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Literatur:<\/p>\n\n\n\n<p>Stefan Eminger, Wie die gro\u00dfe Politik ins kleine Dorf kam. Politische Mobilisierung der Landbev\u00f6lkerung durch Katholisch-Konservative und Christlichsoziale, in: Nieder\u00f6sterreich im 19. Jahrhundert. Band 1. Hg. Oliver K\u00fchschelm, Elisabeth Loinig, Stefan Eminger, Willibald Rosner (erscheint 2021).<\/p>\n\n\n\n<p>Gertrude Enderle-Burcel u. Georg Schmitz, Politische Eliten in Nieder\u00f6sterreich im 20. Jahrhundert, in: Nieder\u00f6sterreich im 20. Jahrhundert. Band 1: Politik. Hg. Stefan Eminger u. Ernst Langthaler (Wien-K\u00f6ln-Weimar 2008) 233-276.<\/p>\n\n\n\n<p>Egon Fischer, Der Nieder\u00f6sterreichische Bauernbund von seiner Gr\u00fcndung 1906-1938 (Wien phil. Diss. 1979).<\/p>\n\n\n\n<p>Stefan Eminger (N\u00d6 Landesarchiv), am 19. Februar 2021.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/N\u00d6-BB-1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dokument 1<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/N\u00d6-BB-2.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dokument 2<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/N\u00d6-BB-3-1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dokument 3<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/N\u00d6-BB-4.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dokument 4<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/N\u00d6-BB-5.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dokument 5<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/N\u00d6-BB-6.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dokument 6<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/N\u00d6-BB-7.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dokument 7<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/N\u00d6-BB-8.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dokument 8<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Protokolle des Bundesausschusses des Nieder\u00f6sterreichischen Bauernbundes (1912\u20131933 Umfang: 1 Protokollbuch zu 240 Seiten (Digitalisate) Zeitraum: 1912 bis 1933 Provenienz: N\u00d6 Bauernbund Abgebende Stelle: N\u00d6 Bauernbund, Ferstlergasse 4, 3100 St. P\u00f6lten &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2933"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2933"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2933\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2946,"href":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2933\/revisions\/2946"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2933"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}