{"id":1779,"date":"2019-05-02T14:37:10","date_gmt":"2019-05-02T12:37:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?page_id=1779"},"modified":"2020-05-13T11:06:44","modified_gmt":"2020-05-13T09:06:44","slug":"alois-mock","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?page_id=1779","title":{"rendered":"Alois Mock"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Alois Mock<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Alois Mock wurde am 10. Juni 1934\nin der nieder\u00f6sterreichischen Gemeinde Euratsfeld geborgen. Er besuchte das\nStiftsgymnasium in Seitenstetten. Im Anschluss an seine Schulbildung zog es ihn\nnach Wien, wo er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universit\u00e4t Wien\nabsolvierte.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>Nach seinen ersten Schritten in\nder Hochschulpolitik kristallisierte sich in den 1960er Jahren seine politische\nLaufbahn heraus. 1965 wurde er Mitarbeiter im Kabinett von Bundeskanzler Josef\nKlaus, bei dem er wenig sp\u00e4ter Kabinettschef wurde. Kurz vor dem Ende der \u00d6VP\nAlleinregierung wurde Mock 1969 zum Unterrichtsminister bestellt. Nach dem\nVerlust des Bundeskanzleramts im Jahr 1970 war er Nationalratsabgeordneter und\nkurze Zeit B\u00fcrgermeister seiner Heimatgemeinde Euratsfeld. 1971 wurde er Obmann\ndes Arbeitnehmerbundes der \u00d6VP (\u00d6AAB) und 1978 Klubobmann im Nationalrat. 1979\nwurde er nach der Wahlniederlage bei der Nationalratswahl vom 06. Mai 1979 zum\nObmann der \u00d6sterreichischen Volkspartei gew\u00e4hlt. Es gelang ihm, die Partei zu konsolidieren\nund einen \u201eharten\u201c Oppositionskurs gegen\u00fcber der absolut regierenden SP\u00d6\neinzuschlagen. Im Wahljahr 1983 konnte die \u00d6VP unter seiner F\u00fchrung die\nabsolute Mandatsmehrheit der Sozialisten brechen. In den darauffolgenden\nKoalitionsgespr\u00e4chen bildete sich die erste kleine Koalition (SP\u00d6\/FP\u00d6). Die \u00d6VP\nblieb in Opposition. Unter Mock konnte die Volkspartei, als einzige\nOppositionspartei, die Koalition durch offensives parlamentarisches Agieren vor\nsich hertreiben. Die Meinungsumfragen w\u00e4hrend der Legislaturperiode sahen die\n\u00d6VP schon auf Platz Eins. Bei den Wahlen 1986 schaffte die Volkspartei jedoch\nnur den zweiten Platz. In den Koalitionsgespr\u00e4chen erwies sich Alois Mock als\ngewiefter und z\u00e4her Verhandler. Er \u00fcbernahm in der folgenden Regierung der \u201eGro\u00dfen\nKoalition\u201c das Amt des Vizekanzlers (1986-89) und Au\u00dfenministers (1986-95).\nNach dem f\u00fcr die \u00d6VP entt\u00e4uschenden Ausgang der Landtagswahlen im Fr\u00fchling 1989\nmusste Dr. Alois Mock die Obmannschaft und das Vizekanzleramt abgeben. Er blieb\naber weiterhin Au\u00dfenminister. Tats\u00e4chlich hatte Mock die Sternstunden seiner\nKarriere noch vor sich. <\/p>\n\n\n\n<p>Als in den folgenden Monaten des\nJahres 1989 sich immer mehr die Aufl\u00f6sung des \u201eOstblocks\u201c abzeichnete, war Mock\neiner der ersten Politiker der die Zeichen der Zeit erkannte. Er durchtrennte\ngemeinsam mit seinen ungarischen und tschechoslowakischen Amtskollegen den\nStacheldraht des sogenannten \u201eEisernen Vorhangs\u201c. Ebenso mahnte er im\njugoslawischen Zerfallsprozess vor gewaltsamen Auseinandersetzungen und setzte\nsich f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit Sloweniens und Kroatiens ein.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Frage der Europ\u00e4ischen\nIntegration gelang es Mock mit einem enormen- auch psychischen\u2013 Aufwand an\n\u00dcberzeugungsarbeit zuerst seine eigene Partei, danach den Koalitionspartner SP\u00d6\nund schlie\u00dflich die \u00f6sterreichische \u00d6ffentlichkeit von der Sinnhaftigkeit des\nEU-Beitritts \u00d6sterreichs zu \u00fcberzeugen. Dazu kam sein Geschick und seine\nsprichw\u00f6rtlich gewordene Hartn\u00e4ckigkeit bei der \u00f6sterreichischen\nVerhandlungsf\u00fchrung gegen\u00fcber Br\u00fcssel. Die Eckpunkte auf diesem Weg waren die\ngemeinsame Beschlussfassung \u00fcber den Beitrittsantrag zur EG im Ministerrat im\nApril 1889, die formelle \u00dcberreichung des Antrags in Br\u00fcssel im Juli 1989, das\ndramatische Finale der Beitrittsverhandlungen Anfang M\u00e4rz 1994 und die EU-Volksabstimmung\nvom 12. Juli 1994, bei der sich zwei Drittel der an der Abstimmung\nteilnehmenden \u00d6sterreicherinnen und \u00d6sterreicher f\u00fcr den Weg nach Europa\naussprachen. Seine gute Freundschaft zum deutschen Einheitskanzler Helmut Kohl\nmachte sich in dieser Zeit besonders bezahlt. Mit dessen Unterst\u00fctzung\nfungierte Mock ab 1979 als Pr\u00e4sident der Europ\u00e4ischen Demokratischen Union\n(EDU). Ebenso hatte der das Pr\u00e4sidentenamt der Internationalen Demokratischen\nUnion (IDU) von 1983 bis 1987 inne. <\/p>\n\n\n\n<p>Nach seinem Ausscheiden aus der\nRegierung 1995 blieb er noch bis 1999 Nationalratsabgeordneter und\nEhrenparteiobmann der Volkspartei. Dr. Alois Mock verstarb am 01. Juli 2017\nnach langer Krankheit in Wien. <br>\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alois Mock Alois Mock wurde am 10. Juni 1934 in der nieder\u00f6sterreichischen Gemeinde Euratsfeld geborgen. Er besuchte das Stiftsgymnasium in Seitenstetten. 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