{"id":1770,"date":"2019-05-02T14:34:39","date_gmt":"2019-05-02T12:34:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?page_id=1770"},"modified":"2020-05-25T13:36:50","modified_gmt":"2020-05-25T11:36:50","slug":"leopold-kunschak","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?page_id=1770","title":{"rendered":"Leopold Kunschak"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Leopold Kunschak <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Leopold Kunschak\nkam 1871 in einfachsten Verh\u00e4ltnissen in Wien zur Welt. Er absolvierte die\nSattlerlehre und fand als Arbeiter in der Simmeringer Waggonfabrik eine\nAnstellung. Ausgel\u00f6st durch einen Stra\u00dfenbahnerstreik begann er sich f\u00fcr Politik\nzu interessieren. Aufgrund seiner katholisch-religi\u00f6sen Einstellung kam er in\nKontakt mit den katholischen Sozialreformern rund um Karl von Vogelsang und\ngr\u00fcndete als Zwanzigj\u00e4hriger 1892 den \u201eChristlichsozialen Arbeiterverein f\u00fcr\n\u00d6sterreich\u201c. Schon bald war Kunschak die unumstrittene F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeit\nder christlichen Arbeiterbewegung in \u00d6sterreich. Bereits in den Jahren der ausgehenden\nMonarchie bekleidete er zahlreiche politische Funktionen. Er geh\u00f6rte dem Wiener\nGemeinderat und dem Nieder\u00f6sterreichischen Landtag an und war ab 1913 Mitglied\ndes Nieder\u00f6sterreichischen Landesauschusses, des Exekutivorgans der Landes-verwaltung.\n<\/p>\n\n\n\n<p>Von 1907 bis\n1911 geh\u00f6rte er als Mitglied des Abgeordnetenhauses dem Reichsrat an. 1919 war\ner Mitglied der Konstitiuierenden Nationalversammlung und von 1920 bis 1934\nMitglied des Nationalrates. 1919 bis 1932 war Kunschak Obmann der Wiener\nChristlichsozialen, 1920 bis 1921 Obmann der Gesamtpartei, 1932 \u00fcbte er f\u00fcr\nkurze Zeit die Funktion des Klubobmannes des Parlamentsklubs aus. Daneben\ngeh\u00f6rte er weiterhin bis 1934 dem Wiener Gemeinderat als Abgeordneter an, ab\n1922 war er auch nicht-amtsf\u00fchrender Stadtrat und Klubobmann in Wien.<\/p>\n\n\n\n<p>Kunschak blieb\nstets ein authentischer und pers\u00f6nlich anspruchsloser Arbeitnehmervertreter,\nder in seiner Politik die sozialen Fragen der Arbeiterschaft in der\nZwischenkriegszeit ansprach. Allerdings vertrat er dabei nicht nur\nkapitalismuskritische, sondern auch antisemitische Positionen. <\/p>\n\n\n\n<p>Er war Zeit\nseines Lebens \u00fcberzeugter Demokrat und rief noch drei Tage vor Ausbruch der\nFebruark\u00e4mpfe 1934 in einer Rede im Wiener Gemeinderat zu Besonnenheit und\nVers\u00f6hnung auf. Im Rahmen des autorit\u00e4ren \u00d6sterreich mahnte Kunschak, der 1934\nin den Staatsrat berufen wurde, wiederholt eine Vers\u00f6hnung mit der\nsozialdemokratischen Arbeiterschaft und demokratische Reformen ein. <\/p>\n\n\n\n<p>Im M\u00e4rz 1938 und\nnochmals nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 wurde er von den\nNationalsozialisten verhaftet. Er stand in Kontakt mit Lois Weinberger und\nFelix Hurdes, bei denen im Untergrund die F\u00e4den f\u00fcr die Gr\u00fcndung einer neuen\nb\u00fcrgerlichen Sammelpartei zusammenliefen. Am 14. April 1945 war er einer der\nMitbegr\u00fcnder des \u00d6sterreichischen Arbeiter- und Angestelltenbundes, drei Tage\nsp\u00e4ter wurde er Gr\u00fcndungsobmann der \u00d6sterreichischen Volkspartei. F\u00fcr diese\nunterzeichnete er am 27. April die \u00d6sterreichische Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung, \u00fcberlie\u00df\naber anschlie\u00dfend den Platz als f\u00fchrender Vertreter der \u00d6VP in der\nProvisorischen Staatsregierung dem j\u00fcngeren Leopold Figl und wurde\nVizeb\u00fcrgermeister von Wien. Im September 1945 \u00fcbernahm Figl von Kunschak die\nObmannschaft der \u00d6VP, der in einer Ehrenfunktion als Pr\u00e4sident der Partei\nfungierte. <\/p>\n\n\n\n<p>Bei den Wahlen\nvom 25. November 1945 wurde er neuerlich in den Nationalrat gew\u00e4hlt. Der zu\ndiesem Zeitpunkt 75-j\u00e4hrige Kunschak, dessen politische Laufbahn zu diesem\nZeitpunkt schon mehr als f\u00fcnf Jahrzehnte zur\u00fcckreichte, wurde im Dezember 1945 zum\nersten Pr\u00e4sidenten des Nationalrats nach dem Zweiten Weltkrieg gew\u00e4hlt, eine\nFunktion, die er bis zu seinem Tod 1953 innehatte.<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leopold Kunschak Leopold Kunschak kam 1871 in einfachsten Verh\u00e4ltnissen in Wien zur Welt. Er absolvierte die Sattlerlehre und fand als Arbeiter in der Simmeringer Waggonfabrik eine Anstellung. 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