{"id":1762,"date":"2019-05-02T14:32:59","date_gmt":"2019-05-02T12:32:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?page_id=1762"},"modified":"2022-11-23T12:12:21","modified_gmt":"2022-11-23T11:12:21","slug":"karl-lueger","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?page_id=1762","title":{"rendered":"Karl Lueger"},"content":{"rendered":"\n<p>Karl Lueger wurde 1844 als Sohn eines Saaldieners am Wiener Politechnikum geboren. Nach seiner Matura studierte er Jus und schlug die Rechtsanwaltslaufbahn ein. Bald zeigte sich sein au\u00dfergew\u00f6hnliches Rednertalent\u00a0 und Lueger begann sich in den fr\u00fchen 1870er Jahren im demokratischen, in der Terminologie der damaligen Jahre \u201elinken\u201c Fl\u00fcgel der liberalen Bewegung Wiens zu bet\u00e4tigen. In weiterer Folge brach er mit den Liberalen und versuchte sich vor allem als K\u00e4mpfer gegen die Korruption des liberalen Establishments im Rathaus einen Namen zu machen. Doch blieb seine politische Laufbahn von wiederholten R\u00fcckschl\u00e4gen gekennzeichnet. An einem dieser Tiefpunkte, 1883, begann die enge Zusammenarbeit mit seinem sp\u00e4teren engen Mitstreiter in der christlichsozialen Partei, Albert Gessmann. Die beiden demokratisch im Sinne einer Erweiterung des Wahlrechts eingestellten Au\u00dfenseiter bildeten damals eine allseits bel\u00e4chelte \u201eZweimannpartei\u201c im Gemeinderat, dem Lueger 1875\/76 und dann von 1878 bis zu seinem Tod angeh\u00f6rte. 1885 errang er ein Mandat im Abgeordnetenhaus des Reichsrates und ab 1890 geh\u00f6rte er dem Nieder\u00f6sterreichischen Landtag an. <\/p>\n\n\n\n<p>Mitte der 1880er\nJahre ging Karl Lueger mit Blick auf die Handwerker und Gewerbetreibenden dazu\n\u00fcber, in seinen Reden das Potenzial des politischen Antisemitismus gezielt\neinzusetzen. Zugleich erkannte Lueger, dass er das inhaltliche Profil seiner\ngegen den Liberalismus gerichteten b\u00fcrgerlichen Sammelbewegung um eine positive\nProgrammschiene, am besten auf sozialpolitischem Gebiet, erg\u00e4nzen m\u00fcsse. Er\nkn\u00fcpfte Kontakte zum Kreis der katholischen Sozialreformer um Karl von Vogelsang.\nBeginnend mit dem zweiten \u00f6sterreichischen Katholikentag im April 1889 begann Karl\nLueger, \u00f6ffentlich mit dem Politischen Katholizismus zu sympathisieren.\nSchrittweise entwickelte sich unter seiner F\u00fchrung ab Beginn der 1890er Jahre die\nrasch anwachsende Christlichsoziale Partei. Nach anf\u00e4nglichen Spannungen schlossen\nsich ihr die Katholisch-Konservativen an. Durch den 1907 erfolgten\nZusammenschluss auf der Ebene des Reichsrates wurden die Christlichsozialen zur\ngr\u00f6\u00dften Fraktion im Abgeordnetenhaus. <\/p>\n\n\n\n<p>Luegers Rhetorik\ndefinierte mit den Ungarn und Juden konkrete Feindbilder. Seinem\n\u201eWortantisemitismus\u201c (Anton Pelinka), der sich bedauerlicherweise bei\nVertretern aller Massenparteien um die Jahrhundertwende fand, lie\u00df er\nallerdings nie eine politische Umsetzung folgen. <\/p>\n\n\n\n<p>1895 errang\nLueger erstmals die Mehrheit im Wiener Gemeinderat, doch scheiterte seine Wahl\nzum B\u00fcrgermeister drei Mal am Veto Kaiser Franz Josephs, was seine pers\u00f6nliche\nPopularit\u00e4t zus\u00e4tzlich verst\u00e4rkte. Er musste sich vorerst mit der Funktion des\nVizeb\u00fcrgermeisters begn\u00fcgen. Im Fr\u00fchjahr 1897 wurde er dann von Franz Joseph\nals B\u00fcrgermeister best\u00e4tigt. Er \u00fcbte diese Funktion 13 Jahre lang aus und\nverwirklichte in dieser Zeit ein umfangreiches Reformprogramm. Sein \u201ekommunaler\nSozialismus\u201c, im Zuge dessen er die Gasversorgung, den \u00f6ffentlichen Verkehr\netc. der Gemeinde \u00fcbertrug, wurde zu einer urbanen Erfolgsgeschichte. In der\nGesundheits- Sozial- und Bildungspolitik setzte er mit seinen Projekten neue\nMa\u00dfst\u00e4be. Seine st\u00e4dtebaulichen Konzepte wiesen Wien den Weg in die Moderne.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Ebene\ndes Reichsrates trug Lueger als Obmann und Fraktionsf\u00fchrer seiner Partei\nma\u00dfgeblich zu der vom Reichsrat 1906 beschlossenen Wahlrechtsreform bei, mit\nder anstelle des bisherigen Kurienwahlrechts das allgemeine und gleiche Wahlrecht\nf\u00fcr M\u00e4nner eingef\u00fchrt wurde, und f\u00fchrte seine Partei erstmals in die\nRegierungsverantwortung. Karl Lueger selbst, wohl auch, weil bereits\ngesundheitlich geschw\u00e4cht, trat in keine Regierung ein, sondern verblieb in seiner\nFunktion als Wiener B\u00fcrgermeister, die er bis zu seinem Tod 1910 innehaben\nsollte. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Karl Lueger wurde 1844 als Sohn eines Saaldieners am Wiener Politechnikum geboren. 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