{"id":1760,"date":"2019-05-02T14:32:36","date_gmt":"2019-05-02T12:32:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?page_id=1760"},"modified":"2025-12-09T11:02:53","modified_gmt":"2025-12-09T10:02:53","slug":"karl-freiherr-von-vogelsang","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/?page_id=1760","title":{"rendered":"Karl Freiherr von Vogelsang"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Karl Freiherr von\nVogelsang<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Karl von Vogelsang wurde am 03.\nSeptember 1818 in Liegnitz, im heutigen Polen geboren. Nach dem Gymnasium in\nHalle\/Saale studierte er in Bonn, Rostock und Berlin Rechts- und\nStaatswissenschaften. Nach seinem Universit\u00e4tsabschluss trat er in den\npreu\u00dfischen Justizdienst ein. Der Protestant Karl von Vogelsang konvertierte\nu.a. aufgrund der Bekanntschaft mit dem Gr\u00fcnder der Katholischen\nArbeitnehmerbewegung Wilhelm Emmanuel Bischof von Ketteler zum Katholizismus.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Tod seines Stiefvaters\nquittierte er den Staatsdienst und \u00fcbernahm das Familiengut in Alt Guthendorf\nin Mecklenburg. Dort wurde er sp\u00e4ter in die mecklenburgische St\u00e4ndevertretung\ngew\u00e4hlt. Als entschiedener Gegner von Reichskanzler Bismarck und nicht zuletzt\naufgrund der Behinderung des katholischen Kultus in Mecklenburg zog er in die\nHabsburgermonarchie. Ab 1873 arbeitete er als Redakteur f\u00fcr das konservative\nTagblatt \u201eDer Katholik\u201c. In den folgenden Jahren ab 1875 begann seine reiche\npublizistische T\u00e4tigkeit bei der katholisch-konservativen Zeitung \u201eVaterland\u201c.\nEinige Jahre sp\u00e4ter gr\u00fcndete er die Monatsschrift f\u00fcr Gesellschaftswissenschaft\nund Volkswirtschaft (sp\u00e4ter: Monatsschrift f\u00fcr christliche Sozialreform). 1883\nver\u00f6ffentlichte er die erste wirkliche Untersuchung zum Thema Arbeiterschaft in\nder Habsburgermonarchie, n\u00e4mlich \u201eDie materielle Lage des Arbeiterstandes in\n\u00d6sterreich\u201c. Diese sorgte f\u00fcr betr\u00e4chtliches Aufsehen, da sie eine empirische\nAnalyse der trostlosen Situation des Industrieproletariats darstellte. <\/p>\n\n\n\n<p>Vogelsang forderte eine\nErneuerung des gesellschaftlichen Lebens aus dem Geist des Christentums. Als\npragmatischer Sozialpolitiker war ihm klar, dass die Arbeiterfrage nicht nur\neine Aufgabe der christlichen Caritas war, sondern auch eine Frage der sozialen\nGerechtigkeit an sich, die wiederrum mit Hilfe des Staates durchgesetzt werden\nsollte. Durch die konservative Regierung von Ministerpr\u00e4sidenten Graf von\nTaaffe konnte Vogelsang seinen Vorschl\u00e4gen in der Sozialgesetzgebung zur\nUmsetzung verhelfen. Es schlugen sich, seine f\u00fcr die damalige Zeit sehr\nfortschrittlichen Ansichten u.a. in der \u00f6sterr. Gewerbeordnungsnovelle\n(Einf\u00fchrung des Elfstunden-Normalarbeitstages, Nachtarbeitsverbot f\u00fcr Frauen,\nSonntagsruhe), im Gesetzesentwurf zur Einschr\u00e4nkung des b\u00e4uerlichen Erbrechts,\nin der Bergbaugesetzesnovelle (in dem f\u00fcr Bergarbeiter bereits\nNormalarbeitszeiten festgeschrieben wurden) sowie bei der Schaffung von\nobligator. landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften nieder. Viele Gesetze\ngalten europaweit als Vorbild und sind heute noch Bestandteil der\n\u00f6sterreichischen Sozialgesetzgebung.<\/p>\n\n\n\n<p>Vogelsang organisierte ab 1888\/89\neinen Diskussionskreis f\u00fcr Sozialreformer, bekannt geworden als die\n\u201eEntenabende\u201c und koordinierte die internationale Kooperation der\nSozialreformer bei einer Tagung in Haid (heute Bor, Tschechische Republik). Er\nwar ein wichtiger Vordenker des politischen Katholizismus in \u00d6sterreich. <\/p>\n\n\n\n<p>Karl von Vogelsang gilt als\ngeistiger Vater der christlich-sozialen Bewegung in \u00d6sterreich, welche\nschlie\u00dflich im Jahre 1893 u.a. von Karl Lueger, dem sp\u00e4teren B\u00fcrgermeister von\nWien, als \u201eChristlich-soziale Partei\u201c gegr\u00fcndet wurde. \u00dcber die Kontakte von\nVogelsang zur Union de Fribourg beeinflusste er nicht unwesentlich die erste\ngro\u00dfe Sozialenzyklika \u201eRerum novarum\u201c. Diese wurde kurz nach dem Tod von Papst\nLeo XIII. im Fr\u00fchjahr 1891 ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Sozialreformer und Vordenker, der Mithilfe des Katholizismus versuchte, die sozialen gesellschaftspolitischen Fragen der Industrialisierung zu beantworten, verstarb am 08. November 1890 aufgrund eines Verkehrsunfalls in Wien.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Vogelsang-Studie-Bruckmueller-2025.pdf\" data-type=\"link\" data-id=\"http:\/\/www.vogelsanginstitut.at\/at\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Vogelsang-Studie-Bruckmueller-2025.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Studie f\u00fcr das Karl von Vogelsang-Institut zur Kritik an Publizistik und Werk von Karl Freiherr von Vogelsang (1818-1890)<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Karl Freiherr von Vogelsang Karl von Vogelsang wurde am 03. September 1818 in Liegnitz, im heutigen Polen geboren. 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